The Smiths - The Sound Of The Smiths - Cover
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The Smiths The Sound Of The Smiths


  • Label: Rhino/WEA
  • Laufzeit: 154 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Es muss schon etwas heißen, wenn eine Band gerade einmal fünf Jahre lang bestand und knapp zwanzig Jahre später als mindestens genauso einflussreich wie die Beatles betitelt wird. Ja, die Smiths haben viele großartige Lieder geschrieben, die ihrer Zeit weit voraus waren und auch noch in den Neunzigern Erfolg versprechend geklungen hätten. Als die Band sich 1987 nach dem Ausstieg des Lead-Gitarristen Johnny Marr trennen musste, war das für die Musikwelt schon ein kleiner Schock. So viel versprechend war die Musik, die eben dieser Marr, Sänger Morrissey, Bassist Andy Rourke und Mike Joyce am Schlagzeug fabrizierten. Ja, man muss fabrizieren sagen, denn in den fünf Jahren sind eine ganze Menge Songs entstanden und nicht weniger als 45 (!) Titel haben es auf das Doppel-Best-Of-Album „The Sound Of The Smiths“ geschafft. Für mehr ist wohl auch kein Platz mehr, denn von 160 Minuten, die zwei Rohlinge hergeben, sind 154 ausgefüllt.

Man kann nicht alle 45 Stücke abhandeln, dass wäre so was wie schreiberischer Selbstmord. Viel angebrachter ist es, den Sound der Smiths zu beschreiben. Eine warme Gitarre und die prägnante Stimme Morrisseys sind die großen Markenzeichen. Das ist auch schon das große Geheimnis. Marr und der Sänger haben die perfekten Melodien für ihre Generation und auch noch die nächste geschrieben. Was heute nach 45 Liedern doch ein wenig eintönig klingt war damals eine Offenbarung. Ganz im Ernst: Das Album lässt sich nicht am Stück durchhören. Zu sehr klingt es nach Stückwerk und die Linie ist zu strikt, denn kein Lied weiß sich vom anderen wirklich abzugrenzen. Es ist einfach alles eine Riesenpackung Smiths. Eigentlich variiert nur die Geschwindigkeit. Ihrem Stil bleiben die Smiths stets treu und so ist es eigentlich nur die Frage, ob man gerade eine Ballade („Please, Please, Please Let Me Get What I Want“), einen Ohrwurm („This Charming Man“… oder 20 andere Lieder) oder was Schnelles für Zwischendurch („Shakespeare’s Sister“).

Als einzige Alben zündet das Prinzip dieser Pop Band auf jeden Fall, doch auf die Dauer ist es ermüdend. Zu selten lassen sich gravierende Unterschiede feststellen, woran wohl auch die kurze Bestehungsdauer der Band schuld ist, denn es war nicht viel Zeit, um einen neuen Stil zu finden. So findet sich auf diesen CDs mehr als zweieinhalb Stunden pure Gitarren-Pop-Rock-Power, die sich mal in die Gehörgänge frisst und dann doch wieder einfach beim Bügeln an einem vorbeirauscht, weil es alles schon einen Tick zu harmonisch klingt. Geht man von der Qualität und der Quantität dieses Albums kann man sich eigentlich nur verneigen, aber komischerweise will man sich einreden, dass weniger mehr gewesen wäre. Der Tipp ist, sich immer höchstens eine der CDs anzuhören oder einfach seine Lieblingstracks herauszupicken. Wer die Smiths hier erst kennen lernt, muss aufpassen, dass er sich nicht mit einer Überdosis einlullt, es wäre schade um das viele gute Material.

Anspieltipps:

  • You Just Haven’t Earned It Yet, Baby
  • London
  • What Difference Does It Make?
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