S-Core - Gust Of Rage - Cover
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S-Core Gust Of Rage


  • Label: Drakkar/SonyBMG
  • Laufzeit: 47 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Vielen lieben Dank, S-Core, dass ihr trotz leicht versetzter Stilrichtung My Minds Weapon (deren Platte am gleichen Tag erscheint) zeigen könnt, wie brutales Drumming, arschtretendes Riffing und markige Shouts in einen stimmigen Song gepackt werden können. Was die Debütanten mit unwahrscheinlich unsinnigen, progressiv-verfrickelten Passagen und klar gesungenen Parts bei „The carrion sky“ grandios versiebt haben, biegt ihr mit einem geerdeteren Zugang bei gleichbleibend hoher Drehzahl wieder gerade. Und ich dachte schon, Drakkar hätten ihr Gespür für gute Bands verloren.

Nein, „Gust of rage“ (übrigens nach „Riot...process engaged“ aus dem Jahre 2003 die zweite Langrille der aus Straßburg stammenden Band) knallt von vorne bis hinten in die Rübe und sorgt für ordentlich Durchzug bei geschlossenem Fenster. Bereits der Opener „Greaser one“ gibt sich keine Blöße und jagt Schlagzeug und Gitarre durch mehrere Groove-Parts, die anfänglich unkontrolliert erscheinen mögen, aber nach kurzer Eingewöhnungszeit nicht nur mächtig Dampf, sondern auch Spaß machen. Shouter Jean-Christophe Ketterer bricht seine Wut und Aggression nur so aus sich heraus, da haben die restlichen Instrumente angesichts seiner stimmlicher Durchschlagskraft meist das Nachsehen, bügeln diesen Rückstand aber dafür an anderer Stelle doppelt wieder aus.

In „Rising terror“ wird z.B. plötzlich ein Doublebass-Abrisskommando aus dem Boden gestampft oder „Misanthropy and mean“ bricht nur beim untätigen Zuhören sämtliche Halswirbel. Doch wo ordentlich gehobelt wird, fallen auch Späne und die heißen zusammen „It takes a whole life to became a man“, bilden die einzelnen Übergänge zu manchen Tracks und sind schlicht und ergreifend Tempobremsen. Sicher ist der eine oder andere Ruhepol wichtig um keine Überhitzung beim Hörer zu evozieren, aber die gibt es ja ohnehin in den einzelnen Songs. Ebenfalls eher unwichtiger Natur ist der kurze ADS-Anfall „Worst of all“ und der Abschluss „Pangenesis“, die beide nicht zu überzeugen wissen, wobei bei letzterem vor allem die Länge von 7½ Minuten ungünstig für den Verlauf des Stückes ist, da bis auf ein paar Wutausbrüche nichts passiert. Trotzdem bleibt unterm Strich eine knallige Scheibe, die mit den Zutaten Hardcore, Death und Thrash Metal eine gnadenlos groovende Abreibung angerührt hat.

Anspieltipps:

  • Buried
  • Rising Terror
  • Misanthropy And Mean

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