Saxon - Into The Labyrinth - Cover
Große Ansicht

Saxon Into The Labyrinth


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Album Nummer 18 der britischen Metal-Veteranen Saxon – ein Werk der Gegensätze! Zum Einen versucht die Truppe um Gründungsmitglied Bill Byford weiterhin das Segel oben zu halten. Das wird nach einer 30jährigen Bandgeschichte auch durchaus immer noch erreicht und damit die treuen Anhänger über weite Strecken ein weiteres Mal beglückt. Aber wo Sonne ist, gibt es auch Schatten und so findet sich unter den dreizehn Stücken leider auch einiges unnötiges Füllmaterial. Jedoch, nach so einer langen Zeit in ein und derselben Band und den künstlerischen und persönlichen Rückschlägen Mitte der 80er erscheint es mehr als nur faszinierend, dass es die Briten immer noch schaffen, die Fahne so weit nach oben halten. Manch eine der heutigen Newcomer könnte und sollte sich von so viel Biss eine ganz dicke Scheibe abschneiden.

„Battalions of steel“ hätte als Opener eigentlich nicht besser gewählt werden können. Das kurze Keyboard-Intro leitet direkt in das erste Stück über. Druckvoll, mit einem Tick Gothic-Metal versetzt, wartet die Strophe auf, bevor dann im Refrain zum ersten Mal die Double-Base zu ihrem verdienten Einsatz kommt. Der Mix des Liedes und darüber hinaus des gesamten Albums lässt dabei zu keiner Zeit zu wünschen übrig. Allerdings sollte nach 30jähriger Musikerfahrung hier auch nichts anderes erwartet werden. Wer dachte, dass jetzt schon die Puste ausgeht wird mit der Vorabsingle „Live to rock“ eines besseren belehrt, wobei die Nummer doch eine Spur zu deutlich nach AC/DC klingt und in der Form durchaus auch auf der aktuellen Scheibe der Australier hätte sein können. Aber das Saxon mittlerweile eine Prise Rock’n’Roll in die Songs integriert, ist ja nichts sonderlich Neues, zumal es beim folgenden „Demon Sweeney Todd“ so richtig kracht.

Von Anfang an macht die Basedrum Druck, Byford läuft zu Höchstform auf und die Riffs und Soli der beiden Gitarristen lassen auch nicht den geringsten Grund zu Kritik - mehr davon bitte! „The letter“ dient lediglich als kurze akustische Überleitung zum immer noch druckvollen, leicht süßlichen „Valley of the king“. Doch im Folgenden kommt die erste kleine Enttäuschung des Werkes: Das einschläfernde „Slow lane blues“ verführt einem nicht gerade zum Weiterhören und hätte gerne auch weggelassen werden können. „Crime in Passion“ ist wieder etwas besser, bevor „Voice“ ein weiteres Mal für Müdigkeit sorgt. Das an Black Sabbat erinnernde „Protect yourself“ ist nach dieser Durststrecke der erste deutlich geglückte Lichtblick, aber auch das druckvolle sich anschließende „Hellcat“ ist eine wahrlich gelungene Nummer. Die letzten beiden Stücke hätten jedoch gerne unter den Tisch fallen dürfen. Vor allem der total missglückte Country Versuch „Coming home“ bedarf eigentlich nicht mal einer Erwähnung. Das hat Lemmy auf „Inferno“ deutlich besser und authentischer hinbekommen!

Heutzutage zählt ein 50-Minuten-Album schon zu den längeren Scheiben. Hätten die Briten stattdessen den ein oder anderen Song weggelassen, wäre „The labyrinth“ ein echter Kracher gewesen. So muss man leider Abstriche machen und kann nur von einem mittelmäßigen Album sprechen, das aber immer noch besser als die meisten heutigen Metal und Rock CDs ist! Fazit: Saxon haben mit ihrem aktuellen Werk ein weiteres Mal ihr Können bewiesen und machen Hoffnung auf noch viele schöne Jahre mit den Briten.

Anspieltipps:

  • Batallions of steel
  • Demon Sweeney Todd
  • Protect yourself
  • Hellcat

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
7.5/10

Cold Dark Place EP
  • 2017    
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
8/10

Monuments
  • 2017    
Diskutiere über „Saxon“
comments powered by Disqus