Sepultura - A-Lex - Cover
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Sepultura A-Lex


  • Label: Steamhammer/SPV
  • Laufzeit: 54 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Sepultura haben mit „A-Lex“ ein gelungenes, äußerst ambitioniertes, wenn auch nicht perfektes Konzeptalbum geschaffen.

Ich kann es echt nicht mehr hören: Vor nunmehr 12, nein sogar 13 Jahren hat Max Cavalera Sepultura verlassen und trotzdem wird die Band immer noch und fast ausschließlich mit ihm in Verbindung gebracht. Nachdem sein Bruder Igor seit drei Jahren die Truppe nicht mehr beehrt, sind die Cavaleras nun endgültig nicht dabei und demzufolge nur noch Bassist Paulo Xisto Pinto Jr. als letztes verbliebenes Gründungsmitglied von der originalen Band übrig. Doch haben uns jedoch Guns’n‘Roses, respektive Axl Rose geradeeben eines besseren belehrt und gezeigt, dass die Qualität einer Band nicht nur durch ihre Gründungsmitglieder definiert werden sollte? Und genau dasselbe empfinde ich bei Sepultura: Die Truppe darf und sollte eher unter den Besseren ihres Genres genannt werden und das auch nach dem Ausscheiden der Cavalera-Brüder. Natürlich hat sich einiges getan und man kann die Band schlicht nicht mehr durch Platten der Anfangstage definieren, aber deshalb sind sie trotzdem gut, Punkt aus! Warum steigen jedoch die Fans immer wieder auf den das in den Medien gefundene Fressen ein und lassen nicht beide Bands (die Cavalera-Brüder haben mittlerweile mit ihrer Band „Cavalera Conspiracy“ ein durchaus ansprechendes Debüt gegeben) als gute Truppen ihrer Genres in Ruhe. Es scheint eine nicht enden wollende Geschichte zu sein, die immer wieder durch vielleicht nicht einmal so extrem gemeinte, wie dargestellte, Stories angefacht wird.

Schon der Titel des Werkes „A-Lex“, welcher auf einen Film von Stanley Kubrick zurückgeht, liefert für die Medien wieder Zündstoff, denn laut einiger Zeitschriften ist Max Cavalera angepisst, weil er derjenige war, der den Film mochte und nicht der Rest der Sepultura-Brut. Glauben mag man mittlerweile keiner der Parteien mehr und so wollen wir uns hier und heute einfach mal auf die Musik des 54 Minuten dauerndem Konzeptalbum beschränken. Die verfilmte Geschichte beruht auf dem Roman „A clockwork orange“ von Anthony Burgess, in welchem Alex der tragische Held ist. Wer das Buch oder den Film kennt, hat natürlich gewisse Erwartungen an ebenjenes Konzeptalbum.

Der Verfall des Helden muss ansprechend durch die Musik dargestellt werden. Das gelingt den Brasilianern durchaus bis auf einige kleine Schnitzer sehr gut. Das Intro „A-Lex I“ läuft nahtlos in den ersten Kracher „Moloko Mesto“ über. „Filthy rot“ erinnert mit seiner gnadenlos brutalen, obgleich eher im Midtempobereich angesiedelten, Riffstruktur an Slipknot. Insgesamt gibt es auf dem Album vier mehr oder minder als Brückenschläge zu sehende „A-Lex“ genannte Lieder, die allesamt gewöhnungsbedürftig sind, sich allerdings gut in das Konzept des Albums eingliedern. Mit „The treatment“ findet sich ein weiteres druckvolles Stück Musik wieder – Thrash vom Feinsten! Leider gibt es eben das eine oder andere Füllmaterial („Strike“, „Alex II“) auf die Ohren und auch auf „Freude schöner Götterfunken“ („Ludwig van“) hätte ich gerne verzichtet! Aber auch in den extravaganten Stücken lassen sich Perlen, wie das elektronisch angehauchte „Sadistic values“ entdecken. „Paradox“ liefert einen fulminanten Abschluss und aus ist das Album mit der Gewissheit, dass man durch seine Ecken und Kanten auch gerne noch einige Male hinhört und keine Langeweile verspüren wird!

Zusammenfassung: Sepultura haben mit „A-Lex“ ein gelungenes, äußerst ambitioniertes, wenn auch nicht perfektes Konzeptalbum geschaffen. Sepultura sind eine der besten Thrash-Metal-Bands der Welt, auch ohne die Cavalera-Brüder. Danke liebe Brasilianer und bis zum nächsten durch die Medien angefachten Rosenkrieg.

Anspieltipps:

  • Filthy rot
  • The treatment
  • Sadistic Values
  • Paradox

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