Jennifer Rostock - Ins Offene Messer: Jetzt Noch Besser! - Cover
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Jennifer Rostock Ins Offene Messer: Jetzt Noch Besser!


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 77 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Die zusätzlichen Tracks und die Bonus-DVD sind den Aufpreis zur normalen Version locker wert.

Stefan Raab als Karriere-Kickstarter, davon haben schon einige Künstler profitieren können. Zuletzt war die Band Jennifer Rostock in der glücklichen Lage, vor einem Millionenpublikum aufzutreten, als sie im Februar 2008 bei Raabs Bundesvision Songcontest für ihr Heimat-Bundesland Mecklenburg-Vorpommern antrat und einen respektablen fünften Platz holte. Kurz darauf erschien das Debütalbum „Ins offene Messer“, flankiert von einer ausgedehnten 170-Gigs-Tour durch die gesamte Republik. Der Lohn bestand in einer Top-40-Platzierung in den deutschen Album-Charts sowie vier Singleauskopplungen.

Jetzt wird das Album als aufgebrezelte Deluxe Edition mit Bonus-DVD und elf (!) zusätzlichen Songs nochmals veröffentlicht (in diesem Jahr ein Massenphänomen), um auch die letzten Ignoranten davon zu überzeugen, dass es sich bei Jennifer Rostock um keine Eintagsfliegen handelt. Denn „Ins offene Messer“ ist „jetzt noch besser“. Und in der Tat, trotz des doofen Bandnamens und einem für komplett überholt angenommenen Neo-NDW-Pop-Punk-Sound zwischen Blondie, Nina Hagen und Wir Sind Helden, kommen Jennifer Rostock erstaunlich gut beim Publikum an, was auch die Kritik attestieren muss.

Das dürfte zum einen an den Texten liegen, die trotz ihrer rotzigen Attitüde weder platt noch dumm daherkommen aber auch an den simplen, aber gut gemachten Arrangements mit 80er-Jahre-Keyboards und kleinen Elektro-Spielereien. Besonders Sängerin Jennifer legt sich ins Zeug und präsentiert dem geneigten Hörer die volle Bandbreite zwischen gefühlvoll und zart („Himalaya “), rebellisch und laut („Mongoloid“) und wildem Kieksen/Kreischen/Bellen („Feuer“). Klar, das ist trotz der deutlich hörbaren Punkrock-Wurzeln massentauglich und kommerziell, aber nicht so harmlos wie Juli und nicht so auf Radioeinsätze getrimmt wie Silbermond. Das macht die Band sehr sympathisch

Die zusätzlichen Tracks und die Bonus-DVD sind den Aufpreis zur normalen Version locker wert. Es gibt je drei Unplugged- und Live-Versionen, Remixe von Das Bo, Mattes und Deichkind sowie zwei nagelneue Stücke, darunter die ungestüme Coverversion des Devo-Klassikers „Mongoloid“. Dadurch ist „Ins offene Messer“ in der Tat „jetzt noch besser“. Respekt!

Anspieltipps:

  • Feuer
  • Himalaya
  • Mongoloid
  • Tier in mir
  • Ich will hier raus
  • Gedanken, die man besser nicht denkt

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