Evolve IV - Decadent Light - Cover
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Evolve IV Decadent Light


  • Label: Prog-Rock Records/SPV
  • Laufzeit: 50 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Alle Fans der progressiven Musik können sich freuen: Sie brauchen kein Geld für eine neue Entdeckung ausgeben, die sich Evolve IV nennt. Das Album ähnelt mehr Simon & Garfunkel – allerdings mit ganz schwachem Gesang – als irgendeiner Prog-Band. Wer sich trotzdem an diese Scheibe heran wagt und bis zu Titel acht durchhält, verdient besonderes Lob, aber spätestens bei dem Country-Stück „Baby Come Back“ wird auch der Hartgesottenste die CD aus dem Player befreien, bevor dieser freiwillig den Geist aufgibt.

Immer vorausgesetzt, man hat progressive Musik erwartet – denn außer einigen Versuchen von Melodie- und Tempo-Wechseln (etwa bei „Number 16“, „War“), sind kaum progressive Ansätze zu finden – da helfen weder Bläser, noch der schwache Gesang von Michael Eager. Wenn man vom Letzteren absieht, findet man zumindest noch gelungene Pop- („Must have been the future“) und einige Rockstücke auf dem Erstlingswerk der Band, die sich aus durchaus erfahrenen, wenn auch mir unbekannten, Musikern zusammen setzten soll.

Schlimmer als die fehlende Progressivität auf einem nach eigenen Aussagen „erfrischendem“ Prog-Album ist die große Langeweile, die sich durch die 50 Minuten zieht. „War“ fängt zum Beispiel recht vielversprechend an, endet aber in uninspirierten Gitarrensoli, denen Kraft und Ideen fehlen. Ähnliches gilt für „Listen Up“, das wie viele Songs unter dem Gesang leidet, dazu nervt der Einsatz von Hall-Effekten und die ständige Dopplung der Stimme. Nett übrigens, dass die Band eine Jam-Session aus dem Probenraum als Lückenfüller mit auf die CD gepresst haben – oder was soll „Judgement Day“?

Die Enttäuschung weicht auch nicht nach dem dritten oder vierten Durchhören. Im Gegenteil, es fällt zunehmend schwerer, der Versuchung zu widerstehen, die Zeit mit anderen Dingen zu verschwenden. Eine schlechtere Bewertung umgeht die Band, weil immer noch Luft für Veröffentlichungen von Bands bleiben muss, die nicht einmal ihre Instrumente beherrschen und völlig talentlos ans Songschreiben gehen.

Anspieltipps:

  • War
  • Goodbye

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