D.A.D. - Monster Philosophy - Cover
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D.A.D. Monster Philosophy


  • Label: 3R/Cargo
  • Laufzeit: 55 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach zwanzig Jahren Hardrock ist es schwer seinen Stil beizubehalten, ohne eintönig zu werden. So gab es durchaus Veränderungen in zweiundzwanzig Jahren seit dem Debüt „Call Of The Wild“ bei den Herren Jesper Binzer (Gesang, Gitarre), seinem Bruder Jacob Binzer (Gitarre), Bassist Stig Pedersen und Laust Sonne (Schlagzeug). Man passt sich dem großen Ganzen an und so ist der Hardrock, lange nicht mehr so hart wie er einmal war und es soll jetzt eher mit Melodien gepunktet werden. Die vier Dänen sind live gerade durch ihre alten Nummern immer noch ein richtiger Rocker, doch im Gegensatz zu AC/DC und Metallica lassen es die Skandinavier ruhig und eingängig angehen auf „Monster Philosophy“.

„Revolution“ ist ja noch ein richtiger, geradliniger Rocker der Marke Hardrock, doch die Geradlinigkeit geht dann sogar so weit, dass das Gitarrensolo eigentlich nur ein wenig verzerrt das Hauptthema fortsetzt. Schade, denn ein innovativerer Mittelteil hätte den Song durchaus in die erste Liga hieven können. „Nightmares In Daytime“ ist dann nämlich schon die erste Chimäre auf dieser LP. Rockt der Track die letzt Minute auch ordentlich und auch gut, ist die erste Hälfte nicht von einem reinen Popsong zu unterscheiden. Die Krönung des ganzen ist dann „Too Deep For Me“ und man möchte sich endgültig von der Hardrock-Idee verabschieden. Hier gelten die Regeln des Radios: Eine weiche Melodie, die wie Sekundenkleber in den Ohren wirkt, dass nichts mehr außer diesem Lied hineinkommt. Dafür fehlt „Too Deep For Me“ dann aber doch die überragende Melodie.

Wie als Entschuldigung wird danach wieder eine härtere Saite aufgezogen, die spätestens zwei Tracks später mit dem Titelsong beinahe wieder hart klingt. Müssen die Verzerrer sein. Gerade wenn man sich mit dem melodiösen Rock angefreundet hat, der sich hier breit gemacht hat, kommt die nächste Ballade in Form von „Milk And Honey“ im Gegensatz zu „Too Deep For Me“ kommt diesmal aber zumindest phasenweise eine Atmosphäre auf, die den alten zeiten der Band gerecht wird. Nur selten wird aber die Brechstange zum Spielen genommen, wie noch bei „If You Had A Head“. Die Melodien verschwinden ja nicht zu Gunsten der Lautstärke und so macht das gleich viel mehr Spaß.

Dass auch ohne Krach Spaß möglich ist, zeigt dann das bluesige „River“. Geht doch! Auch wenn die trittfesten Nummern („Chainsaw“, „Money Always Takes The Place Of Life“) schneller zünden. Zu sehr konzentrieren sich die Dänen auf diesem Silberling aber auf Balladen artige Lieder, die alle nicht schlecht sind, aber niemanden vom Ofen hervorlocken. Man muss beinah dankbar für den Bonustrack „House Of Fun“ sein, denn „If I Succeed“ ist eine Unterschrift mit Siegel, dass D-A-D zu Kuschelrockern werden, die ihr Handwerk zwar verstehen, aber nun mal nicht mehr als Handwerker sind, keine Künstler. Es ist kein bitterer Nachgeschmack den das Album hinterlässt. Ganz im Gegenteil er ist süß, über die Jahre vielleicht ein wenig zu süß geworden.

Anspieltipps:

  • Revolution
  • River
  • Chainsaw

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