Max Mutzke - Black Forest - Cover
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Max Mutzke Black Forest


  • Label: Warner Bros.
  • Laufzeit: 42 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Sicher und sanft legt der 27-Jährige seine Stimme über die zwischen Midtempo und flotter Tanzbarkeit pendelnden Stücke und wirkt dabei stets selbstbewusst und zuversichtlich.

Damit konnte wirklich keiner rechnen: Gewinner von Stefan Raabs SSDSGPS, Platz 8 beim Eurovision Song Contest 2004, ein vergoldetes Debütalbum und ganz nebenbei schließt der Herr Mutzke auch noch sein Abitur ab. Ein richtiger Superstar eben. Dumm nur, dass diese verblüffenden Daten schon alle Schnee von gestern sind, der zweite Output „Aus dem Bauch“ (06/2007) nur mehr auf Platz 11 statt auf die Pole Position gelangen konnte und überhaupt das Dasein im Musikgeschäft wieder schwerer geworden ist.

Da kommt es eigentlich gelegen, dass eine Dame wie Amy Winehouse („Back to black“) oder ein Newcomer wie Duffy („Mercy“) die Musik der 60er dermaßen penetrant mit ständiger Radiopräsenz wieder salonfähig gemacht haben, dass es für einen Musiker von heute geradezu ein Muss ist, da gleichzuziehen. „Black forest“ ist demnach nicht nur eine kleine Anspielung auf den Schwarzwald, die Heimat von Mutzke, sondern auch ein geschickt eingeworfenes Statement zum gerade herrschenden Zeitgeist. Zur großen Überraschung ist der dritte, diesmal komplett in Englisch gehaltene Output des Deutschen keine lieblose Aneinanderreihung halbgarer Soulnummern, die ihn wieder ins Gespräch (und in die Charts) bringen sollen, sondern ein Werk, das durchaus seine Aufmerksamkeit verdient hat.

Sicher und sanft legt der 27-Jährige seine Stimme über die zwischen Midtempo und flotter Tanzbarkeit pendelnden Stücke und wirkt dabei stets selbstbewusst und zuversichtlich. Einziges Problem an der ganzen Sache: Die knappe Dreiviertelstunde, die einem hier geboten wird, verpufft schneller wieder im Äther als man „Schwarzwald“ sagen kann. Zwar besitzt jeder Song eine eigene Stimmung und viele Tracks setzen sich sogar kurzfristig im Gehörgang fest, aber der immer gleiche 3:30-Aufbau mit Strophe/Refrain/Strophe besitzt auf Dauer gesehen leider eine zu geringe Halbwertszeit. Nichtsdestotrotz ist „Black forest“ ein Album für den hereinbrechenden Winter, bei dem man gemütlich die Beine hoch lagern kann und sich in sein Sofa zurücklehnt, während Herr Mutzke einem die Ohren massiert. Ein bisschen gewagter hätte es trotz alledem aber schon sein dürfen!

Anspieltipps:

  • Easy On You
  • St.Petersburg
  • Ms. Thompson

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