Justice - A Cross The Universe - Cover
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Justice A Cross The Universe


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 60 Minuten
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4.5/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Man ist nur einmal jung. Eine Tour der extreme absolvierten Justice dieses Jahr in den USA und Romain Gavras und So-me hielten mit der Kamera immer feste drauf. So feste wie der Hau-Drauf-Elektro von Gaspard Augé und Xavier de Rosnay, der von allen zurzeit geliebt wird und der seltsamerweise die legitime französische Thronfolge von Daft Punk verkörpern soll.

Natürlich sind die beiden zu Hause ganz brave Boyfriends oder Ehemänner, kluge Köpfe zudem und ernstzunehmende Individuen. Emsig wird gleich ohne Nachfragen beteuert, Tour sei Tour und die habe nichts mit dem normalen Leben zu tun. Aber bei „A Cross The Universe“ geht es fett ab. Diese Tourdokumentation erlegt sich selbst zum Auftrag Justice’s On-The-Road-Leben so krass und heftig wie ihren Energieüberschuss-Techno erscheinen zu lassen. Und das schafft sie. So und so unglaublich viele Stunden, hatte ich ursprünglich recherchiert, hat Gayras, der auch die Justice Videos visualisiert, in petto, auf immer noch zu viele 60 Minuten wurde der Trip runtergekürzt. Man erahne das stellenweise Schnitttempo. Druffies werden einhellig begeistert sein. Muss das ein tolles Leben sein. In teuren Hotels: Poolpartys. Frauen: verfügbare Sexualobjekte. Alkohol: man ist nur einmal jung (oder dumm). Fetteste Konzerte. Das Leben ein Rausch, der einfachste Weg, der schwierigen Frage nach der Sinngebung der eigenen Existenz aus dem Weg zu gehen.

Schlägereien, leicht bekleidete Damen, Erbrochenes, über US-Amerika erstaunte Franzosen, schwitzende, tanzende, die Brüste zeigende Massen. Liebe Justice-Member, ihr habt den Finger am Puls einer bestimmten Jugend, seid die coolsten Säue der Welt für tausende von kleinen coolen Säuen weltweit, aber: das alles hat so einen Bart. Groß raus kommen, extrem sein, cool sein, groß abstürzen, nicht wissen was man hier eigentlich soll, die späte Rache der Drogen. Gelohnt hat es sich nicht, für die meisten, die diese Fußspuren vor euch gelegt haben. Wir werden sehen.

So viel (maskuliner) Energieüberschuss, der sich nur im Rausch und an der Grenze zur Gewalt artikuliert. Wahrlich heftig. Ist das der Preis für so viele krieglose Jahre? Lassen wir das. Die Dokumentation eines krassen Trips einer unglaublich coolen Band entzieht sich solchen Kategorien. Komprimierte Krassheit für die Wohnzimmer-WG. Viel Spaß damit. Ach ja, die Audio-CD erfreut sich soliden Klangs, nichts zu meckern gibt es am einfangen der Live-Atmosphäre, das berauschte Gegröle zwischen den Bombtracks erstickt jeden Zweifel.

Anspieltipps:

  • D.A.N.C.E. Part 2
  • Waters Of Nazareth
  • Phantom Part 2

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