Sturm Und Drang - Rock´N´Roll Children - Cover
Große Ansicht

Sturm Und Drang Rock´N´Roll Children


  • Label: Gun/SonyBMG
  • Laufzeit: 40 Minuten
Artikel teilen:
7.5/10 Unsere Wertung Legende
6/10 Leserwertung Stimme ab!


Zwei Jahre ist es nun her, dass fünf – man muss es so sagen – Kinder aus Finnland die Hardrock- und Heavy-Metal-Welt unter dem Namen Sturm Und Drang auf den Kopf gestellt haben. Inzwischen haben die Teenager über 100 Gigs auf dem Buckel und in ihrer Heimat eine Platin-Auszeichnung für ihr auch in der Fachpresse durchweg respektvoll aufgenommenes Debütalbum „Learn To Rock“ erhalten. Doch jetzt wird es langsam Zeit für einen Nachfolger, sonst haftet ganz schnell der Makel einer Eintagsfliege an den talentierten Jungs. Und das wollen wir ganz bestimmt nicht. Denn frischer Wind tut auch der im Prinzip kerngesunden Metal-Szene ganz gut.

Und hier ist er, der Nachfolger von „Learn To Rock“, der wiederum sehr passend und augenzwinkernd „Rock’n’Roll Children“ betitelt ist und die erhoffte Weiterentwicklung darstellt. Schließlich hatte das Debüt noch die eine oder andere kleine Macke, wie etwa die Gesangsstimmen, die streckenweise arg kindlich klangen. Dem Wachstum sei Dank, davon ist auf „Rock’n’Roll Children“ kaum etwas geblieben. Sänger André Linman hat deutlich an Stimmumfang zugelegt und auch die Chöre haben jetzt mehr Power. Das kommt den zehn Songs zwischen Melodic Metal, Hardrock und klassischem Heavy Rock natürlich absolut zugute.

Das allein würde aber nicht reichen, um dem – trotz der kleinen Schwächen bereits sehr guten Vorgänger – einen draufzusetzen. Dazu benötigt es – welch Wunder! – auch einen Schritt nach vorne in Sachen Songwriting und Arrangements. Doch auch darum muss man sich auf „Rock’n’Roll Children“ keine großen Sorgen machen, schließlich leben die finnischen Teens die Einflüsse ihrer musikalischen Vorbilder (zumeist aus den 80er Jahren) in ihren eigenen Kompositionen aus. In Verbindung mit diesen Geburtshilfen haben Sturm Und Drang ihr Gespür für markige Riffs und tolle Melodien weiter ausgebaut und ein herrlich abwechslungsreiches Album geschaffen. Darauf stehen simple Hardrocker wie das an Bonfire gemahnende „Alive“ neben an die frühen Helloween erinnernde Hymnen („Last of the heroes“), Power-Songs á la Gamma Ray „Break away”, purem Bombast („Heaven is not here“) und Balladen im Stil von Europe („A million nights”).

Dezente nostalgische Momente ob der zahlreichen 80er-Jahre-Parallelen paaren sich mit jugendlichem Tatendrang und dem Gefühl, bei der Erwachsenwerdung einer der vielleicht zukünftigen Speerspitzen des europäischen Metal/Hardrock dabei zu sein. Ganz klar, diese Mischung stimmt und macht Lust auf mehr. Es bleibt ja auch noch ein gutes Stück Luft nach oben vorhanden, denn zwei, drei schwächere Stücken leisten sich die Finnen auch heuer. Aber darüber schweigen wir lieber...

Anspieltipps:

  • Life
  • Sinner
  • A million nights
  • The river runs dry
  • That’s the way I am

Neue Kritiken im Genre „Heavy Metal“
6.5/10

The Book Of Souls: Live Chapter
  • 2017    
7.5/10

Cold Dark Place EP
  • 2017    
8/10

The Rise Of Chaos
  • 2017    
Diskutiere über „Sturm Und Drang“
comments powered by Disqus