Ochsenknecht - Match Point - Cover
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Ochsenknecht Match Point


  • Label: Gloria Music/Rough Trade
  • Laufzeit: 44 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Intention hinter seinem fünften und wohlgemerkt ersten Album seit dem 2001er Werk „Singer“ legt Uwe Ochsenknecht folgendermaßen dar: „Ein Schauspieler, der nebenbei auch singt, oder ein Sänger, der nebenbei auch vor der Kamera steht. Warum kann man nicht beides machen?“ Ob er sich das wohl auch dabei gedacht hat, als er seinen jüngsten Sohn Jimi Blue nicht davon abgehalten hat, selbst das Mikro in die Hand zu nehmen? Wenigstens ist Herr Ochsenknecht senior auf „Match point“ eine interessantere Mischung gelungen als dem Sohnemann, der mit Gangsta-Attitüde zu Dancebeats („Sick like that“) sein zweites Standbein aufzubauen versucht.

Schon der Opener „Won´t get fooled“ präsentiert den Mannheimer als abgebrühten Entertainer, der sich einen Kamm um die nicht ganz saubere Aussprache schert und in dem möglichen Springsteen-Cover seiner Band die Sporen gibt. In weiterer Folge zieht es ihn durch die unterschiedlichsten Stile der amerikanischen Musikkultur wie Soul, Jazz, Blues oder Rock´n´Roll, gibt mal seine Version solcher Ikonen wie Willy DeVille, Creedance Clearwater Revival oder Bob Dylan zum Besten, dann versucht er sich wieder an zeitgenössischem Zugang, in dem er am ehesten (wegen seiner stimmlichen Ähnlichkeit) an Fury In The Slaughterhouse erinnert. „Diese Art von Musik wurde von den Amis erfunden. Sie fahren auf ihren endlosen Highways, leben im Auto, schlafen im Auto, lieben im Auto“ sinniert Ochensknecht.

Damit trifft er jedoch den Nagel auf den Kopf. Nicht aus Deutschland, sondern aus Amerika stammt die einzigartige Erzählstruktur eines Dylan oder DeVille, die musikalische Komponente lässt sich heutzutage zwar nicht mehr einwandfrei auf einen Punkt auf der Weltkarte lokalisieren, aber allein das übereifrige „Alive“ sollte zeigen, dass alles auf „Match point“ eigentlich nur den Idolen des Herrn Ochsenknecht nachhechtet statt eigene Ideen beizusteuern. Jeder Song ist an einen Künstler oder eine Stilrichtung angelehnt und versucht diese so gut es geht verlustfrei zu kopieren, was zwar eine ganz nette Idee sein mag, aber der Deutsche ist eben Schauspieler und kein Vollblutmusiker. So bleibt am Ende die Enttäuschung und die Gewissheit über, dass, selbst wenn der Ansatz stimmt, manche Menschen einfach nicht dafür geschaffen sind sich auf zwei Kunstformen zu konzentrieren.

Anspieltipps:

  • Educate Me
  • Back To Zero

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