Jadakiss - The Last Kiss - Cover
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Jadakiss The Last Kiss


  • Label: Def Jam/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 67 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem die Veröffentlichung des dritten und damit finalen Teils der „Kiss”-Saga von Eastcoast-Rapper Jason „Jadakiss“ Phillips (33) oft verschoben wurde (zuletzt um satte vier Monate), ist es nun endlich soweit und der Nachfolger von „Kiss Tha Game Goodbye” (2001) und „Kiss Of Death” (2004) namens „The Last Kiss” kann auf die Fans losgelassen werden. Zur illusteren Gästeliste zählen u.a. Ne-Yo, Ghostface Killah, Styles P, Pharrell Williams, Young Jeezy, Lil Wayne, Nas, Faith Evans, Raekwon und Mary J. Blige, während sich auf dem Produzenten-Sessel u.a. Swizz Beatz, The Neptunes, Don Cannon, Needlz, The Alchemist, The Inkredibles und Neo Da Matrix die Türklinke in die Hand gaben.

„The Last Kiss” erscheint wie schon die beiden Vorgänger auf einem anderen Label. Diesmal hat Jadakiss einen Deal mit Jay-Zs Roc-A-Fella-Label ergattert, das eine der am heißesten erwarteten Alben des Jahres ins Rennen schickt. Nichtsdestotrotz ist Vorsicht geboten, denn häufige VÖ-Verschiebungen waren noch nie ein gutes Zeichen. In der Regel lässt dies auf größere Probleme bei der Produktion bzw. Schwächen bei der Qualität der Songs oder auf Schwierigkeiten bei der Freigabe von Samples schließen. Hochinteressant ist in diesem Zusammenhang auch der Waschzettel des Labels, der inhaltlich auf eine Veröffentlichung im Dezember 2008 abgestimmt war und eine außergewöhnlich differierende Auflistung von Gästen und Produzenten beinhaltet, die auf dem finalen Album gar nicht auftauchen. Was da wohl los war?

Mutmaßungen hin oder her, Fakt ist, dass „The Last Kiss” relativ bieder losgeht. „Pain and torture“ macht auf Dicke-Hose-Straßenrap, während sich „Can‘t stop me“ (feat. Ayanna Irish) in der R&B-Ecke tummelt. „Who‘s real“ wird von pumpenden Beats aus der Swizz-Beatz-Hitküche vorangetrieben, aber auch ganz schnell wieder von peinlichen Raps ausgebremst („If you‘re real and you know it clap your hands“). „Grind hard“ (feat. Mary J Blige) gefällt mit einer Mischung aus tiefen Bässen und modernen Synthies schon wesentlich besser und auch das Duett mit Nas – „What if“ – sowie der Solotrack „Things I’ve been through (basierend auf dem Luther-Vandross-Song „Promise me“) gehören zu den anspruchsvolleren Tracks, die auch so etwas wie Melodien haben.

Reine Stangenware ist dagegen die Pharrell-Williams-Kollaboration „Stress ya“, die auf einer stinklangweiligen Neptunes-Bassline basiert. Mein lieber Scholli! Langsam aber sicher könnte aus dem Neptunes-Stall mal wieder etwas Neues kommen, als immer die gleichen Sounds. Wie es besser geht, zeigt „Smoking gun“ (feat. Jazmine Sullivan). Der Song geht sofort ins Ohr, was daran liegen könnte, dass Jazmine Sullivans Stimme auf demselben Level wie die von Alicia Keys ist. Schön nach Old School klingt die gut abgehangene Zusammenarbeit mit den Wu-Tang-Clan-Membern Ghostface Killah und Raekwon („Cartel gathering“) und Hitmeister Ne-Yo hat für „By my side“ wieder einen seiner eingängigen Hooks geschrieben, mit dem sich sofort die Charts stürmen lassen.

Zum Schluss gibt es noch drei Bonus Tracks, darunter die Soundtrack-Zusammenarbeit von Jadakiss mit Faith Evans zum „Notorious B.I.G.“-Kinofilm („Letter to B.I.G“) sowie die Lil-Wayne-Kollaboration „Death wish“, die mächtig hart aus den Boxen ballert. Damit pendelt sich „The Last Kiss” – gemessen an der Erwartungshaltung – auf einem einigermaßen akzeptablen Niveau ein, das deutlich Luft nach oben lässt. Denn für ein echtes Klassealbum fehlen definitiv die ganz großen Übersongs.

Anspieltipps:

  • Who's real
  • Grind hard
  • By my side
  • Smoking gun
  • Cartel gathering
  • Come and get me

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