Billie Holiday - Collections - Cover
Große Ansicht

Billie Holiday Collections


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 31 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es ist nicht so, dass es von Billie Holiday, einer der bekanntesten Jazz-Sängerin aller Zeiten, keine einzige Sammlung ihrer Stücke gibt. Aber zunächst erst mal von Anfang an und für alle die mit dieser Dame nichts anfangen können: Nun, erinnern werden sich wohl nicht mehr so viele an die Frau aus Philadelphia, liebevoll von vielen auch „Lady Day“ genannt. Geboren 1915 ging sie um 1930 herum nach New York, um dort bald in Clubs aufzutreten. Sie lernte in den folgenden Jahren viele andere Musiker kennen, so auch den Lester Young, mit dem sie eine lebenslange Freundschaft verband. Als eine der ersten schwarzen Jazz-Sängerinnen trat sie mit weißen Musikern auf, behielt allerdings trotzdem einige Bürden auferlegt, so musste sie beispielsweise weiterhin immer den Hintereingang zu den Clubs nutzen. In den Vierzigern wurde sie heroinabhängig und kam daraufhin des Öfteren in Konflikt mit dem Gesetz. Ihre Stimme verlor an Brillanz und 1947 bekam sie mit dem Entzug der New Yorker „Cabaret Licence“ den Todesstoß versetzt.

Denn der Entzug dieser Lizenz bedeutete Auftrittsverbot in allen Clubs, in denen Alkohol ausgeschenkt wird. Somit schrumpfte ihr Budget enorm zusammen. Trotzdem ging sie 1954 auf erfolgreiche Europatournee und versuchte auch durch mehrere gescheiterte Entzugsversuche die Überhand über ihre Drogenprobleme zu erlangen. Leider mit wenig Erfolg, denn sie wurde ein ums andere Mal rückfällig. Ihre letzten Jahre bis zum Tod 1959 verbrachte Holliday verarmt in New York City. Drei gescheiterte Ehen runden ein ebenso erfolgreiches, wie auch tragisches Leben ab.

Kommen wir nun zum Ausgangspunkt zurück: Dem Sinn dieser CD! Sagen es wir so: Wer sich für diese Dame und ihre Musik wirklich interessiert, für den wird diese Zusammenfassung von lediglich zehn Songs bei einer Spielzeit von gerade einmal 31 Minuten nicht wirklich bedeutsam sein. Bei über 350 aufgenommenen Liedern, hätte auch für diese Kollektion die Auswahl ruhig etwas reichhaltiger ausfallen dürfen. Positiv anmerken kann man allerdings die verhältnismäßig gute Klangqualität der Stücke und ebenfalls auch die Lieder an sich. Man kann durch ihre soulige Stimme jedes einzelne Wort von Lady Day mitfühlen. Das erste Lied „All of me“ geht so tief unter die Haut, dass man die nächste halbe Stunde nichts anderes tun wird, als diese CD zu hören. Für Jazzfreunde ist jedes der folgenden neun Stücke ein wahrer Gaumenschmaus, sei es das swingende „Georgia on my mind“, oder das Orchester-lastige „You’ve changed“, jedes der Stücke hat seinen Reiz!

Nun, für wen ist aber denn nun „Collections“ von Billie Holiday geeignet? Am Ehesten noch für Jazzfreunde, die sich für wenig Geld eine halbe Stunde grandiose Kunst ins Haus holen wollen, oder auch für Einsteiger in eine auch heute immer noch faszinierende Richtung der Musik. Alle anderen dürfen und sollten eher etwas mehr investieren und sich eine größere Sammlung dieser Frau zulegen!

Anspieltipps:

  • All of me
  • Georgia on my mind
  • You’ve changed
  • Summertime

Neue Kritiken im Genre „Jazz“
Diskutiere über „Billie Holiday“
comments powered by Disqus