Dr. Hook & The Medicine Show - Collections - Cover
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Dr. Hook & The Medicine Show Collections


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Erst einmal ist man völlig zu Recht geschockt: Schlappe dreiunddreißig Minuten werden hier als so genannte „Collection“ verkauft? Man ist von diesen Best-Of-Geschichten ja allerhand gewohnt und es lässt sich nicht selten über die Zusammenstellung solcher Platten streiten, aber die 70-Minutenmarke sollte doch zumeist geknackt werden. Beim Blick auf den vorhergesehenen Preis relativiert sich der Schock zumindest einigermaßen. Bei dieser Minizusammenstellung aus immerhin 16 Jahren kommt man sich doch ein wenig veralbert vor und wer nicht sowieso schon Lieder von den Hooks hat, für den ist es vielleicht ratsamer nach größeren Fanpaketen Ausschau zu halten, um nicht nur die handvoll Lieder zu hören, die man dann kennen muss. Ein wenig mehr darf ja schon sein.

Die Bandentstehung ist an und für sich schnell erzählt und das einzig wirklich nennenswerte ist, dass Ray Sawyer mit seiner Augenklappe zu Dr. Hook wurde. Selber Schuld, wer seine Band „Dr. Hook & The Medicine Show“ nennt und eines der Bandmitglieder zwei Jahre vor den ersten Auftritten nun einmal beinahe ums Leben gekommen wäre und seitdem eine Augenklappe trägt. Die Ironie des Lebens ist manchmal ein wenig sehr makaber. Die Jungs um Sawyer nahmen es aber ihre ganze Karriere lang mit Humor und waren als vergnügte Kreuzritter der poppigen Folktöne quer durch die Staaten bekannt.

Dem auch heute noch renommierten „Rolling Stone“-Magazin wird gehuldigt und Sylvias Mutter soll ihre Tochter doch bitte mal an das Telefon lassen und nein, Carrie soll niemand rumkarren, sondern jemanden tragen ist ja immer noch englischer Text. Mitsinghymnen sind die Lieder so ziemlich alle, so darf man besonders bei den Uptempotracks wie „Freakin’ At The Freaker’s Ball“ oder „Life Ain’t Easy“ mitgrölen. Den Rest gibt einem dann ein Song à la „I Call That True Love“, wo so schräg gesungen wird, dass man nicht genau weiß, ob man heulen oder lachen soll. Alles in allem einfach nur durchgeknallt auf eine Americana-relaxte Art.

Irgendwo zwischen Frühstückshymnen („You Ain’t Got The Right“), weinerlichen, rauen Akustikballaden („Kiss It Away“), und richtig schön aufgeblasenen Popperlen („If I’d Only Come And Gone“) verabschiedet man sich auch schon von Dr. Hook und Anhang und es bleibt einem ganz allein, ob man sie ins Herz schließt, oder lieber die Finger von ihnen lässt. Alles in allem eine gute Compilation, die trotz des niedrigen Preises doch irgendwo mager und mickrig aussieht. Deswegen kann hier keinesfalls von einer Großtat der Plattenfirma gesprochen werden, wo es genau von dieser Tracklist auch noch ältere Versionen gibt. Vielleicht was für Sammler? Na, dann ein Frohes Fest!

Anspieltipps:

  • Sylvia’s Mother
  • The Cover Of “Rolling Stone”
  • I Call That True Love

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