Sweet - Collections - Cover
Große Ansicht

Sweet Collections


  • Label: Columbia/SonyBMG
  • Laufzeit: 60 Minuten
Artikel teilen:
4/10 Unsere Wertung Legende
4.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Gibt man bei einem großen deutschen Online-Versandhaus als Suchbegriff „The Sweet“ ein, werden einem auf den ersten fünf Positionen und auch im folgenden weitere Kollektionen der besten Stücke der Briten angezeigt. Wägen wir also im Folgenden ab, ob gerade diese CD eine Daseinsberechtigung neben den schon erschienenen Versionen hat.

Zuallererst wollen wir aber nochmals für unsere jüngeren Leser das Gedächtnis auffrischen: The Sweet, oder auch oftmals einfach nur Sweet genannt sollte zumindest euren Eltern ein Begriff sein. Die Briten waren eine der bekanntesten, wenn nicht gar die erfolgreichste Glamrock-Band der 70er Jahre. Aber wie bei vielen Bands dieser Zeit zerbrach die Truppe Stück für Stück durch Alkohol und Drogenexzesse. Den Anfang machte Sänger Brian Conolly 1979. Er gründete nach erfolglosen Solo-Gehversuchen die Band „New Sweet“, mit welcher er sich auf Lieder aus der Gründungsphase seiner Ex-Band beschränkte. 1981 war es dann so weit: The Sweet, eine der erfolgreichsten britischen Bands, gab ihre Auflösung bekannt. Vier Jahre später gab es zwar eine Wiedervereinigung, aber die vier Mannen konnten zu keinem Zeitpunkt an ihre damaligen Erfolge anknüpfen. So touren sie bis heute immer noch als Oldie-Truppe durch die Welt und geben ihre alten Hits zum Besten. Mit dabei Gitarrist Andy Scott, der ein Jahr nach der Gründung 1968 dazu stieß und somit als Einziger Verbliebener der erfolgreichen Originalbesetzung bezeichnet werden kann.

Kommen wir nun aber zurück zum Sinn der CD und vergleichen wir diese am Besten mit früheren Best-of Alben: Da wäre das vor drei Jahren erschienene „The very Best of Sweet“. Bei den 20 Titeln gibt es ganze neun gleiche Songs mit der Vorliegenden. Die 2002 erschienene, 18 Titel umfassende „Best of“ Box deckt sich 13 Mal mit unserer „Collection“. Und das 2001 veröffentlichte „Greatest Hits“ weißt bei 20 Stücken 14 Treffer auf. Es sind natürlich auch auf dieser CD vor allem viele der bekannten Klassiker enthalten, darunter „Chop Chop“, „Ballroom Blitz“, „Blockbuster“ oder „Funny funny“. Es gibt darüber hinaus auch Stücke wie beispielsweise „Need a lot lovin‘“ die zumindest nicht als Single bekannt sind und somit der eine oder andere noch nicht kennt. Allerdings findet sich keines der 18 Stücke nicht auf einem der anderen Sampler wieder. Nichts wirklich Neues sozusagen!

Man hat den Eindruck, Plattenfirmen verfahren bei Bands des älteren Semesters in folgendem Prinzip: Alle zwei, drei Jahre wird eine neue Sammlung der nahezu gleichen Songs veröffentlicht. Lediglich eine an meist zwei Fingern abzählbare Menge von nicht ganz so bekannten Stücken darf natürlich zum Kaufanreiz nicht fehlen. Und dann kommt der wichtigste Schritt der ganzen Prozedur: Der Name! Wie nennt man nun das eigentlich Bekannte, damit sich möglichst viele Menschen finden, die doch nochmal den Geldbeutel zücken, um die eine Rarität ihrer Lieblingsband von vor 20 Jahren zu bekommen. Auch wenn „Collections“ nicht wirklich teuer ist gilt: Prädikat - nicht empfehlenswert!

Anspieltipps:

  • Ballroom Blitz
  • Chop chop
  • Need a lot of lovin’

Neue Kritiken im Genre „Glam-Rock“
1/10

We Won´t Hurt You (But We Won´t Go Away)
  • 2010    
3/10

Slick Dogs And Ponies
  • 2008    
Diskutiere über „Sweet“
comments powered by Disqus