Nôze - Songs On The Rocks - Cover
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Nôze Songs On The Rocks


  • Label: Get Physical Music
  • Laufzeit: 47 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.3/10 Leserwertung Stimme ab!

„Songs On The Rocks“ ist kein elektronisches Tanzalbum. Wem wieder danach dürstete, der wird enttäuscht sein.

„How To Dance“ hieß der durchtriebene, minimalistische Elektro-Schabernack, der uns alle die betrunkenen Tanzabende versüßte, mit schmissigen, wie gewagten Ironie-Parolen à la „Come on and follow me / we’ll have some fun / I make you come all night long“ oder „I wash my feet / and I feel so good / I brush my teeth / and I feel so good / i clean my nose (oder nôze) / and I’m ready for my love affair“. Ach war das schön in den vergangenen zwei Jahren in Clubs dazu zu strampeln.

Nun erweitern Nicolas Sfintescu und Ezechiel Pailhes - die 2006 vom De:Bug Magazin zum drittbesten Live-Act der Welt gekürt wurden - ihre musikalische Methode um nichts weniger, als die Beackerung der großen weiten Welt des Pop. Mit Erfolg. Nôze bleiben Nôze, bleiben unverschämt, gewitzt, albern, elektronisch; und doch: eine Wiederholung haben die beiden kongenialen Franzosen nicht nötig. Da wird chansoniert (mit Dani Siciliano und David Lafore in „Danse Avec Moi“), Kleinbläser-Kitsch-Momente zelebriert, dem Tango zugezwinkert, Polka neuerfunden, Klezmer-Trompeten wie Puderzucker verstreut und dem Blues auf ureigene Weise gehuldigt. Aber immer mit den Mitteln elektronischer Frickelei. Nôze haben einen unvergleichlichen Stil, wer sie kennt, wird sie immer wieder erkennen. Nôze sind toll. Schlicht und einfach.

„Songs On The Rocks“ ist kein elektronisches Tanzalbum. Wem wieder danach dürstete, der wird enttäuscht sein. „Songs On The Rocks“ ist ein vielschichtiger Einblick in das wahre Konglomerat an musikalischem Können des, dem Rausch nicht abgeneigten, französischen Duos. „Dieses Album spielt sich auf halbem Weg zwischen feiern, trinken und zu Hause bleiben ab. Und es hat viel mit Alkohol zu tun, daher dachten wir, dass „Songs On The Rock“ der passende Titel sei.“ Sehr schön. „Wir wollten immer schon elektronischen Blues machen. Als Kind wollte ich später mal ein berühmter Blues-Sänger werden.“ Das Ergebnis: „Childhood Blues“, Nôze und der frühe Tom Waits im Mixer. Die schon seit einiger Zeit kursierende Single „Remember Love“ gibt die Richtung vor: keine Scheu mehr vor Kitsch und den großen Gefühlen, aber der Hammer steckt in „You Have To Dance“. Ein kleiner Song für Ewigkeit, ganz versteckt und ganz verschmitzt. Auf das wir die nächsten zwei Jahre ihre Hymnik anstimmen und dazu strampeln gehen.

„You have to dance, you have to dance, you have to dance on this and think about your death / you have to drink, you have to drink, you have to drink all night to remember that you’re alive’.

Anspieltipps:

  • Danse Avec Moi
  • Childhood Blues
  • You Have To Dance
  • Remember Love

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