Anna Ternheim - Leaving On A Mayday - Cover
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Anna Ternheim Leaving On A Mayday


  • Label: Stockholm/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 41 Minuten
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6.5/10 Unsere Wertung Legende
7.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Das letzte Studioalbum der schwedischen Sängerin und Songschreiberin Anna Ternheim (30), „Separation Road“ (02/2007), war eher von durchschnittlicher Qualität gekennzeichnet. Irgendwie zog sich durch die gesamte Tracklist eine unterschwellige Harmlosigkeit, die es dem Hörer schwer machte, sich für das Album restlos zu begeistern. Lediglich in Ansätzen konnte die Stockholmerin unter Beweis stellen, welches Talent in ihr schlummert. Ein Umstand, der sich streckenweise auch durch das neue, Ternheims drittes Album zieht.

Dabei hat die Schwedin durchaus eine Kurskorrektur eingeleitet und die mitunter etwas überladenen Bombastklänge des Vorgängers gegen eine reduzierte, teilweise an den Bereich „World Music“ angelehnte Instrumentierung eingetauscht. Unproduziert und karg klingt das Werk dennoch nicht. Die Songs fallen heuer vielmehr durch homogene Gegensätze aus filmmusiktauglichen Klängen („Terrified“) und zartem Akustik-Folk auf („Summer rain“). Das macht die ganze Sache wesentlich spannender als das eindimensionale „Separation Road“.

Bei der Entstehung von „Leaving On A Mayday“ in New York und Stockholm griff Anna Ternheim auf die Unterstützung von Sonic-Youth-Drummer Steve Shelley und den Gitarristen Matt Sweeney (Guided By Voices) zurück. Auch nicht von der Hand zu weisen dürfte der Einfluss des Multiinstrumentalisten Björn Yttling von Peter, Bjorn & John sein, der „Leaving On A Mayday“ als Produzent betreute und deutlich mehr Schwung in Stücke wie „What have I done“, „Let it rain“ oder „Losing you“ einbrachte. Damit klopft Anna Ternheim unverhohlen an die Türen des Pop, was ihr gar nicht schlecht steht. Doch auch die düstere Seite der 30-Jährigen kommt auf diesem Album nicht zu kurz. Das fängt bei dem gewohnt mysteriösen Albumcover der Fotokünstlerin Helena Blomqvist an und mündet im finalen „Black sunday afternoon“ in eine surreale Geschichte im musikalischen Stile von Wovenhand bzw. 16 Horsepower. Und das entspricht dann dem Potenzial, das man sich von Anna Ternheim immer wünscht.

Anspieltipps:

  • Terrified
  • Losing you
  • What have I done
  • No, I don’t remember
  • Black sunday afternoons

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