Jason Mraz - We Sing. We Dance. We Steal Things (Deluxe Edition) - Cover
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Jason Mraz We Sing. We Dance. We Steal Things (Deluxe Edition)


  • Label: Atlantic/WEA
  • Laufzeit: 100 Minuten
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9/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Zusätzlich zum vorzüglichen regulären Studioalbum, gibt es nun eine randvolle Bonus-DVD sowie eine zweite CD mit Live-Songs.

Einen absolut amtlichen Nachschlag in limitierter Auflage gibt es jetzt von Jason Mraz’ aktuellem Werk „We Sing. We Dance. We Steal Things“. Zusätzlich zum vorzüglichen regulären Studioalbum, gibt es nun eine randvolle Bonus-DVD sowie eine zweite CD mit Live-Songs, die auch als dreiteilige EP-Reihe erschienen sind. Da es zumindest die Bonus-DVD nicht einzeln zu erwerben gibt, schauen die Erstkäufer des Albums wieder mal in die Röhre. Hier heißt es entweder nachladen (die Limited Edition) oder zukaufen (die drei Live-EPs). Angesichts eines starken Albums, eine leichte Entscheidung, oder?

Sommer, Sonne, Strand und Meer – Südseeurlaub mit Palmen und endlosen Sandstränden. Dazu kleine Strandbars aus denen die Hits des Sommers für gute Laune sorgen. Wo früher Kate Yanais „Summer Feeling" die Gäste berieselte, ist in den vergangenen Jahren immer häufiger die lässige Surfermusik Jack Johnsons zu hören. Und in diesem Jahr geht mit Sicherheit kein Weg an Jason Mraz vorbei. Mit der Vorab-Single „I'm Yours” hat Mraz den Hit des Sommers geschrieben.

Doch so leicht und locker geht es nicht ausschließlich auf dem ganzen dritten Studio-Album des amerikanischen Singer/Songwriters zu. Wie schon bei seinem Erstlingswerk „Wait For My Rocket To Come” und dem Nachfolger „Mr. A-Z” fängt Mraz fröhlich beschwingt mit einem starken Hang zum Kollegen Jack Johnson an, doch mit zunehmender Spieldauer der Alben wird die Musik nachdenklicher und schwerer. Doch ist seine Musik vielfältiger als die viele seiner Kollegen und das unterscheidet ihn von einer bloßen Jack-Johnson-Kopie. Das trifft auch auf sein drittes – es sei vorweggenommen – Meisterwerk zu.

Entdeckt hat Mraz diesmal die Bläser, die einige seiner Songs anreichern. So gleich zu Beginn bei „Make It Mine", dass herrlich dahin plätschert und irgendwo zwischen Wham's „Club Tropicana” und einem Joe Jackson Song angesiedelt ist. Dieser Wechsel der Musikstile zieht sich durch die gesamten 60 Spielminuten. Da gibt es Surfer-Pop pur mit „I'm Yours”, doch auch wenn der Song schon seit gefühlten fünf Monaten (das Album wurde in den USA bereits im Mai veröffentlicht) auf sämtlichen Radiostationen dudelt, wird man es nicht leid, den Sommerhit immer wieder zu hören. Und die zweite USA-Single „Lucky” knüpft direkt am Südsee-Feeling an, wenn Mraz und Gastsängerin Colbie Caillat über Segeln, Inseln, Musik in der Luft und Blumen im Haar singen.

Und Schluss mit Surfer-Musik: Mraz meets Jamiroquai. Dieser Vergleich drängt sich unweigerlich auf, wenn Mraz bei „Butterfly" im Acid-Jazz fischt – und auch das steht ihm. Mit der Lockerheit ist es dann zunächst vorbei und Mraz geht für drei Songs ein wenig die Power aus. Nicht aber die Qualität und der Optimismus – dem lebensbejahenden „Live High" (einer Art Fortsetzung von „Life Is Wonderful" vom Vorgängeralbum) folgt der eindringliche Wunsch eines Kindes nach mehr Liebe. Die wundervolle Ballade „Details In The Fabric” schließt diesen etwas schwermütigeren ich-kann-auch-wie-Damien-Rice–Teil ab.

Mit „Coyotes” kommt leichter, ohrwurmverdächtiger HipHop à la Nelly Furtado ins Spiel. Nur die Frische der ersten Songs erreicht Mraz nicht wieder. Gleiches gilt auch für „Only Human”, einen Song, wie ihn irgendwie jeder Songwriter schon einmal geschrieben hat und DER auch hier nicht so richtig überzeugt. Ein Markenzeichen von Jason Mraz ist, dass er Scat-Singing wieder hoffähig gemacht hat. Immer wieder streut er kleine Scat-Passagen ein, wie bei „The Dynamo Of Volition”.

Mit einer Ballade mit dezent eingesetztem Orchester schließt Jason Mraz seine dritte CD ab. Die vielen Namen mit denen Jason Mraz verglichen wird, machen das Besondere – nämlich die Vielfältigkeit – dieses Singer/Songwriters aus. Mit seiner fantastisch klaren Stimme und der gelungenen Vermischung unterschiedlichster Musikstile kann Mraz erneut überzeugen. Ob man zum Ende des Albums wirklich von einer fehlenden Inspiration sprechen kann, oder ob man sich die ruhigeren Stücke statt für den Südseestrand – wo sie deplaziert scheinen – für den Herbst aufbewahren sollte, darf jeder für sich entscheiden.

Anspieltipps:

  • Butterfly
  • Coyotes
  • Details In The Fabric

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