Takara - Invitation To Forever - Cover
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Takara Invitation To Forever


  • Label: Prog-Rock Records/SPV
  • Laufzeit: 49 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Takara veröffentlichen im 21. Jahr ihres Bestehens ihr erst fünftes Album. Interessanterweise wurden die Zeitabstände zwischen den einzelnen Werken immer größer. Während zwischen „Eternal faith“ (1993) und „Taste of heaven“ (1995) nur zwei Jahren vergingen, dauerte es bis „Blind in paradise“ (1998) schon drei, und vier bis „Perception of reality“ (2002). Wieviel Jahre seither vergangen sind, können die Mathegenies, die das hier lesen, selbst ausrechnen.

Sind die länger werdenden Perioden nun ein Indiz für kreative Armut? Die Vermutung liegt nahe, denn auch die Albentitel aus dem Bastelbuch für kitschigen Prog-Rock deuten nicht gerade auf überschwenglichen Einfallsreichtum hin. Andererseits: was dabei herauskommen kann, wenn jemand auf seine eigene vermeintliche Genialität ejakuliert, sieht bzw. hört man auf „Zen Mode“ der amerikanischen Band O! The Joy. Beide Bands haben Gott sei Dank nicht das Geringste gemeinsam. Denn auch wenn es auf „Invitation to forever“ tatsächlich nullkommakeine Innovationen/Originalität/Sonstwas zu hören gibt, muss man einfach anerkennen, dass das Album eine der notwendigsten Bedingungen für gute Musik erfüllt: es macht verdammt viel Spaß!

Warum ist schnell erklärt: Takara spielen auf „Invitation to forever“ komprimierten und hoch melodischen Retro-Rock, der nur manchmal seine Prog-Sympathien durchscheinen lässt, grundsätzlich aber auf den Punkt kommt und dabei in fast jedem Song einen Volltreffer landet. Kämen die Klampfen ein paar Zacken härter um die Ecke, könnte man das Album glatt dem Power-Metal zurechnen. Diese Assoziation drängt sich nicht zuletzt deshalb auf, weil einige Refrains (insbesondere der von „Final warning“) klingen, als seien sie direkt von Hammerfall & Co. übernommen wurden. Maßgeblich „Schuld“ daran hat der aus Brasilien stammende Sänger Gustavo Monsanto, der den flimmernden Instrumente von Neal Grusky, Bjorn Englen, Patrick Johannson und Brook Hansen mit seinem kraftvollen, leicht kratzigen Organ eine Power-Metal-Note aufdrückt. Dass die Jungs zudem ausgewiesene 80er-Fans sind, wird spätestens bei „Spotlight“ klar. Fetzig! Erst bei „Looking for salvation“ wird einem bewusst, dass es gerne ein bisschen mehr Abwechslung hätte sein dürfen. Das Vergnügen wird dadurch aber kaum getrübt.

Sicher, „Invitation to forever“ ist kein Album zum Verweilen und zum seligen Darinversinken. Ebenso gibt es nichts zu entdecken; dafür sind die Strukturen viel zu simpel. Aber wem der Sinn nach einem straight nach vorne rockenden Prog-Album steht, ist hier definitiv an der richtigen Adresse.

Anspieltipps:

  • 555
  • Spotlight
  • Final warning
  • This photograph
  • This story has to be told

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