The Ugly - Slaves To The Decay - Cover
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The Ugly Slaves To The Decay


  • Label: Unexploded/TWILIGHT
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Skandinavier können es nicht lassen. Mehrmals pro Jahr züchten sie neue Bands, die in ihrem Auftreten, dem Image und vor allem der Musik dermaßen zielsicher agieren, dass es schon fast unheimlich ist, wenn man bedenkt, was für geniale Acts im Norden noch im Untergrund schlummern. The Ugly heißt die nächste Offenbarung, auch wenn sie auf dem Papier nur eine weitere Black Metal Band ist, die die Platten der Genre-Ikonen (Dimmu Borgir, Satyricon, Marduk) eingehend studiert und in einen eigenen Zusammenhang gebracht haben.

Mit stets durchgeschnitten Bremsschläuchen feuern Johan Eriksson (Gitarre), Per Rinaldo (Gitarre), Peter Jonsson (Bass), Henrik Östensson (Schlagzeug) eine schauderhafte Atmosphäre im Cradle Of Filth-Stil (allerdings ohne Keyboards, Synthesizer oder ähnlichen Bombast) aus allen Rohren, klingen dabei nicht nur wegen Raubein Ingemar Gustafson, der wohl mit Reißnägeln seinen Kehlkopf massieren dürfte, saumäßig cool, sondern spielen ihren augenzwinkernden „Black Metal Punk“ einfach mit einer Lockerheit, dass dem Hörer nach den ersten Durchgängen erst einmal ein Grinsen im Gesicht zurückbleibt.

Das Beste daran: Trotz hohem Tempo sorgen The Ugly für ein ausgewogenes Songwriting und verzichten nicht auf wiederkehrende Gitarrenmelodien oder stimmige Rhythmuswechsel. Besonders genial wurden diese Bausteine in den Tracks „Diggin´ graves“ , „Disease“ und „Death beyond flag or uniform“ eingesetzt, die von vorne bis hinten auf Durchzug schalten, aber dermaßen trocken und knallhart runtergebolzt werden, dass es eine Freude ist, währenddessen kräftig die Matte zu schütteln. Dummerweise wiederholen sich manche Strukturen (flirrende Gitarren, Drumming in schnellen Passagen) recht häufig, die geringfügig eine höhere Wertung verwehren, dem Hörgenuss der Platte im Vergleich zu anderen Bands mit ähnlichem Fehler aber keineswegs schaden. Fazit: „Slaves to the decay“ hat enormes Kultpotenzial und sollte bei keinem Black Metal-Fan in der Sammlung fehlen!

Anspieltipps:

  • Disease
  • Diggin´ Graves
  • Hierarchy Of The Undead
  • Death Beyond Flag Or Uniform

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