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zZz Running With The Beast


  • Label: Anti Records/SPV
  • Laufzeit: 44 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Was will man jetzt noch großartig über das neue Album dieser ungewöhnlichen Band sagen?

Nein, dieser Sound entspringt nicht der überbordenden Szene des jungen New Yorks, sondern einem Hausboot aus Amsterdam. Und anstatt einer ganzen Band wird hier in Wolfsheimmanier nur von zwei Leuten Musik gemacht, was, neben der Instrumentwahl, für den Eindruck sehr psychedelischer, experimenteller Musik sorgt. Sänger und Drummer Björn Ottenheim und Daan Schinkel am Organum arbeiten nämlich ausschließlich mit Ecstacy-Drumparts und diesem Tasteninstrument, was mal wie im Eishockey-Stadion wirkt („Majeur“), manchmal wie eine richtige Gitarre („Grip“) oder episch, für andere nur noch bekloppt die in den Hintergrund gedrängte Stimme Ottenheims untermalt, wobei untermalen untertrieben ist. Es sollte eher davon die Rede sein, dass das Organum einen ganzen Eimer Farbe mitten ins Gesicht des Sängers klatscht („Running With The Beast“)

So viel auf einmal. Was will man jetzt noch großartig über das neue Album dieser ungewöhnlichen Band sagen? Da wäre zum einen der Stil. In seiner Machart grenzt sich diese Musik trotz ihrer Experimente von neuen Bands ab und gibt teilweise sogar Reminiszenzen bis zurück zu den Anfängen von Depeche Mode („Amanda“). Ansonsten erinnert dieser Überschuss an verquerten Tönen und Non-Stop-Up-Tempo-Beats an die Clubs der Neunziger. Aber es ist viel zu sehr Mischung aus den Jahrzehnten, denn ein „Loverboy“ ist ein eindeutiger 80er-Hit mit Klatschen, lieblichen Klimpertönen und Mehrstimmeneffekt. Nur dieses ewig psychedelische will eine genaue Zeitzuordnung nicht erlauben.

Der Sound von zZz ist sicherlich etwas Spezielles, aber nicht unbedingt etwas Besonderes. Sie füllen eher eine Lücke, die zur Zeit nicht gefüllt wird und für die sich einige in der heutigen Musiklandschaft doch begeistern lassen. Ob das Prinzip der beiden Niederländer jedoch weiter so funktionieren wird, wird sich noch zeigen, da ihre Musik doch sehr zwischen den Dekaden hin und her wandert, ohne wirklich zu wissen, wo sie jetzt hin will. Liebhaber der Achtziger werden ihre Tracks bevorzugen und jene Fans die auf diese Band hin mal in die Synthesizerklänge jener Zeit hereinhören werden, werden zZz wohl schnell vergessen.

Anspieltipps:

  • Lover
  • Majeur
  • Running With The Beast

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