Prime Circle - All Or Nothing - Cover
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Prime Circle All Or Nothing


  • Label: Virgin/EMI
  • Laufzeit: 41 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Wie macht sich eine Band am besten interessant, wenn ihrer Musik das Wort konventionell geradezu ins Rückenmark eingebrannt ist? Ein Vorschlag: Sie kommt aus Südafrika! Die einen denken jetzt schon an Fußball, die anderen merken noch mal an: Südafrika? Ja, ganz recht. Kein Scherz und keine Zeitungsente, doch abgesehen vom nackten Fakt an sich, kommt auch kein Mensch dieser runden Erdkugel auf die Idee, dass diese Musik aus Südafrika kommen könnte. Ross Learmonth (Gesang und Gitarre), Dirk Bisschoff (Gitarre), Gerhard Venter (Schlagzeug), Marco Gomes (Bass) und Neil Breytenbach (Keyboard) entfachen ihren Namen entsprechend kein afrikanisch orientiertes Rhythmusalbum, sondern Jugend-Rock wie er im Buche steht.

Da hilft auch kein pompös angelegtes Intro, wie es auch die ganz großen in letzter Zeit öfter und öfter bevorzugen, denn „Out Of This Place“ kündigt sich schon bedeutungsschwanger an. Die Gitarren sind tief, doch nicht so, als sei es gekonnt, sondern gewollt. Die Schwere verschwindet und spätestens nach der eingängigen, aber nicht im Ohr haftenden ersten Nummer, zeigt „Could You Ever“ das eigentliche Gesicht des Albums. Ein bisschen Emo, eine Prise Punk und dazu viel glatt durchproduzierter Rock. Ein Erfolgsgeheimnis, das noch immer funktioniert hat und unweigerlich denke ich an die „Go Faster Nuns“, die ebenfalls den seichten, jedoch vorwärts preschenden Power-Pop-Punk geradezu perfekt inszenierten.

Das Problem dieser Musik ist, dass sie zu zweidimensional ist. Die Ecken und Kanten verbieten sich fast von vornherein und die wirklich großen Melodien erschließen sich diesem Terrain auch nicht. Das Beste, was diese Art von Musik zu bieten hat, ist die kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch. Das angenehme Störgeräusch im Hintergrund auf einer Party junger Leute, das ist es. So wühlt man sich gute vierzig Minuten durch Power-Balladen und jene, wo das Power einfach mal aussetzen darf und die Blink-Rocker wie das fast schon peinlich simple „Tear It Down“ sind natürlich auch vertreten. Wie sonst ließen sich 13 Songs bei so einer Spielzeit erklären? Es sind die belanglosen Dreiminutenrocker, die das Radio ohne Pause rauf und runter rennen dürfen. Sie werden nie anfangen zu hecheln, es wird wohl kaum einer ihre Hooklines auswendig lernen (oder eben viel zu viele) und so richtig im Ohr bleiben die Songs auch nicht. In der Kürze liegt bekanntlich die Würze, jedoch ist es manchmal schlichte Einfallslosigkeit und der fehlende Mut sein eigenes Ding zu machen, anstatt dagewesenes auf plumpe Weise zu kopieren.

Anspieltipps:

  • Tear It Down
  • Out Of This Place
  • What I’ve Become

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