Ben Kweller - Changing Horses - Cover
Große Ansicht

Ben Kweller Changing Horses


  • Label: Ada Global/Rough Trade
  • Laufzeit: 36 Minuten
Artikel teilen:
6/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Ben Kweller sattelt um und galoppiert in seine eigene Vergangenheit. „Changing Horse“ ist das nunmehr vierte Album des in Texas aufgewachsenen Singer/Songwriters und besinnt sich auf eben jene lokal-musikalischen Wurzeln. Statt pop-rockigem Songwritertum gibt es diesmal eine akustische Kreation aus Ryan Adams, Bob Dylan und Johnny Cash ans Ohr serviert.

Wer die vorherigen Alben des 27 jährigen Liedermachers noch im Gehör stecken hat, der wird die aktuelle Exkursion ins Western-Genre zunächst ein wenig argwöhnisch belauschen. Zu sehr hatte man sich an seinen rockenden („Commerce TX“, „The Rules“ ) und auch herzergreifenden („Fallin“, „On My Way“) Kompositionen vergangener Tage erfreut. Aber spätestens nach dem zweiten oder dritten Hördurchgang werden auch alte Kweller-Fans bemerken, dass sich hier lediglich das Pferd geändert hat- nicht der Reiter. Ob er mit dem neuen Gaul jedoch auch jene Anhänger gleichermaßen zu begeistern weiss, scheint ungewiss.

Kweller erzählt vom Truckerdasein, gebrochenen Herzen auf endlosen Highways und der Sehnsucht nach Freiheit und Unabhängigkeit. Diese Geschichten packt er handwerklich gekonnt in Lonely-Cowboy-Balladen („Gypsy Rose“, „Old Hat“), country-folkige Saloon-Nummern („Fight“, „Wantin’ Her Again“) und eingängige sing-a-longs („Hurtin’ You“, „On Her Own“). Und mit dem bluesigen und Nachdenklich stimmenden Abschluss „Homeward Bound“ zieht Kweller dann am Ende auch noch ein musikalisches As aus dem Ärmel. „I’m/the/man/who/likes/changes“ singt er auf der bittersüßen „Ballad Of Wendy Baker“, die er bereits vor zehn Jahren nach dem Tod eines Highschool-Freundes geschrieben hat.

Dass er diese Veränderung ohrenhörlich mag, lässt sich nach dieser Jugendzeitbewältigung nun wirklich nicht abstreiten. „Changing Horse“ ist ein durchaus anhörlicher, akustischer Ritt in seine ganz persönliche Historie. Aber es wird ihm auch gewiss niemand böse sein, wenn er es bei diesem einen Trip belassen wird, um uns in Zukunft wieder mit seiner von Rock und Pop getragenen Indie-Low-Fi-Attitüde zu begeistern.

Anspieltipps:

  • Old Hat
  • Ballad Of Wendy Baker
  • Homeward Bound

Neue Kritiken im Genre „Singer/Songwriter“
8/10

The Days Of Never Coming Back And Never Getting Nowhere
  • 2017    
6.5/10

Trouble No More: Bootleg Series Vol. 13 (1979-1981)
  • 2017    
Diskutiere über „Ben Kweller“
comments powered by Disqus