Nihiling - M[e]iosis - Cover
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Nihiling M[e]iosis


  • Label: Abandon/New Music
  • Laufzeit: 63 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Mit dem Cover von Nihilings Debütalbum kann man sicher keinen Schönheitspreis gewinnen. Zu düster, zu grau, zu sehr Kunstunterricht 10. Klasse Realschule. Doch es passt nun mal perfekt zu dem, was der Hörer auf „Miosis“ zu hören bekommt: Progressiver Post-Rock mit Hang zum Avantgarde, frei nach Vorbildern wie Mogwai, Tool, Oceansize und Aereogramme. Da mäandern die Gitarren in langen Instrumentalparts wie ein Nachtfalter auf der Suche nach dem Licht, und bis zum Schluss kann man sich nicht sicher sein, ob das kleine Tierchen sein Ziel auch erreicht.

Demnach ist Spannung vorprogrammiert, wenn der Hörer in die Welt von „Miosis“ eintaucht und die Musik auf sich wirken lässt. Musik, die von vier jungen Männern und einer Frau – alle erst Anfang 20 – aus Hamburg gemacht wird und nicht nach einem Debütalbum klingt – das es nun mal ist! –, sondern nach ausgereifter Spieltechnik und talentiertem Songwriting, das schon ein paar Jahre Erfahrung auf dem Buckel hat. Okay, hier und da könnte die Sache zwar etwa straffer und schneller auf den Punkt gebracht werden, aber diese Kleinigkeiten sind im Kontext dieses aufwühlenden Albums eine Beanstandung nicht wert.

Unterm Strich sind die elf Tracks auf „Miosis“ ein homogenes Ganzes, das wie aus einem Guss ineinander fließen und genau die richtige Mischung aus Härte, Melancholie, elektronischen Elementen und kleinen, aber feinen Melodien darstellen. Die Hamburger bieten dabei kein abstoßendes Altherren Prog-Gefrickel dar, sondern ein atmosphärisch dichtes Kunstwerk, mit dem Hörer viel Zeit verbringen kann – ja, sogar muss! Denn nur so lassen sich alle Details und Feinheiten entdecken. Das Album hat es sich verdient!

Anspieltipps:

  • Nascent
  • Moth gate
  • Diaphanous gate
  • The world ends with me

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