Cannibal Corpse - Evisceration Plague - Cover
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Cannibal Corpse Evisceration Plague


  • Label: Metal Blade/SPV
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

„Diesmal wollten wir den Tod epischer behandeln, gegen das Individuum eingestellt. Themen wie den seine Beute verfolgenden Mörder haben wir schon abgehakt in der Vergangenheit“.

Sind Cannibal Corpse etwa brav geworden? Diese Frage stellt sich im Hinblick auf den elften Todesblei-Bolzen „Evisceration plague“ natürlich nur optisch, denn auf lyrischer Ebene werden wieder Körperteile abgetrennt, verbrannt, modern vor sich hin oder Leichen liegen zerstückelt in der Gegend herum. Aber mal im Ernst: Nachdem so gut wie jedes Cover der New Yorker Truppe ein unblutigeres spendiert bekam, scheint seit dem Vorgänger „Kill“ (03/2006) der gestreckte Mittelfinger im Gesicht der Sittenpolizei Schnee von gestern zu sein und Oeuvre Nummer 11 zieren gerade einmal ein paar hagere Gestalten mit eingefallenen Gesichtern.

„Diesmal wollten wir den Tod epischer behandeln, gegen das Individuum eingestellt. Themen wie den seine Beute verfolgenden Mörder haben wir schon abgehakt in der Vergangenheit“ erklärt Bassist Alex Webster und gibt damit ein wenig Aufschluss über den neuen kreativen Zugang, der Cannibal Corpse anscheinend befallen hat, was wahrscheinlich auch eine Auswirkung auf das Artwork gehabt haben dürfte. Dem ersten Höreindruck nach ist bei George „Corpsegrinder“ Fisher (Gesang), Pat O´Brien (Gitarre), Rob Barrett (Gitarre), Alex Webster (Bass) und Paul Mazurkiewicz (Schlagzeug) allerdings alles beim Alten geblieben und „Priests of sodom“ prügelt sofort auf den Hörer ein, mit „Scalding hail“ wird dem noch ein knapp zweiminütiger, knochenbrechender Wirbelsturm nachgereicht, der in das Riffgeschnetzel „To decompose“ überleitet um die unbehagliche und unbarmherzige Atmosphäre in „A cauldron of hate“ noch eindringlicher wirken zu lassen.

Ein ganz schön hässlicher Beginn also, der bei einer Band wie Cannibal Corpse nichts anderes als zufriedenes Lächeln im Gesicht des betroffenen Individuums hinterlässt, wenn plötzlich in ein Doublebassgepolter hinein dissonante Gitarrenläufe aufblitzen oder Mr. Corpsegrinder sich seine säureerprobten Stimmbänder aus dem Leib schreit. Im direkten Vergleich zum Vorgänger „Kill“ oder früheren Großtaten der Death Metal-Kapelle halten sich die gegenläufigen Technikspielereien jedoch im Hintergrund, sodass es sich „Evisceration plague“ nach und nach eher auf einem herkömmlichen Todesblei-Pegel gemütlich macht und mehr auf den Song selbst Rücksicht nimmt als es in der Vergangenheit der Fall war.

Dieser Umschwung funktioniert allerdings ausgesprochen gut und erst ab „Shatter their bones“ machen sich erste Ermüdungserscheinungen breit, die den hinteren Teil der Platte nur im Durchschnitt ausklingen lassen, was angesichts der restlichen starken Vorstellung etwas schade ist, aber den fünf New Yorkern verziehen sei. Schließlich legen Cannibal Corpse im 21. Jahr ihres Bestehens erneut eine herrlich kompromisslose Scheibe vor, die sich musikalisch einen Dreck um gar nichts zu scheren scheint und so soll es auch verdammt noch mal bleiben.

Anspieltipps:

  • Scalding Hail
  • To Decompose
  • Carnivorous Swarm
  • A Cauldron Of Hate
  • Evidence In The Furnace

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