Finkenauer - Unter Grund - Cover
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Finkenauer Unter Grund


  • Label: Pascal Finkenauer Tonträger
  • Laufzeit: 35 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Pascal Finkenauer verfügt nicht nur über eine sonore Stimmfarbe, er gibt auch gute Texte zum besten.

Deutsche Komponisten, die ständig gute Qualität abliefern, gibt es nicht so viele. Heinz Rudolf Kunze, Udo Lindenberg oder Herbert Grönemeyer sind die erfolgreichsten der guten deutschen Texter und Songwriter. Pascal Finkenauer besitzt das Talent, um in die „1.Bundesliga“ der Texter aufzusteigen, Er ist nun 32 Jahre alt und kann nun sein Album Nummer drei vorweisen: Auf seinem eigenem jetzt gegründeten Label kümmerte er sich wie schon auf den Vorgänger-CDs wenig um potentielle Single-Hits, sondern setzte auf Qualität, die erst nach einigen Hördurchgängen punktet.

Seine Texte stechen deutlich hervor, sie klingen fast schon poetisch, aber sie sind trotzdem mit der Bodenhaftung durch das alltägliche Leben versehen. Finkenauer hat ja schon einige Bands sehr unterschiedlicher Musikrichtung mit seiner starken Stimme unterstützt, seinen richtigen Durchbruch schaffte er 2004 aber mit dem Song „Tage wie dieser“. Die Hip Hop-Combo Fettes Brot suchte ihn als Gastsänger aus und landete nicht nur wegen des gesellschaftskritischen Textes einen echten Charterfolg. Nun interessierten sich viel mehr Hörer für den Mainzer Komponisten Finkenauer, der Fettes Brot als Gitarrist auf Tour begleitete.

Pascal Finkenauer verfügt nicht nur über eine sonore Stimmfarbe, die man nicht so schnell aus dem Gedächtnis streichen kann, sondern er gibt eben wirklich gute Texte zum besten. Musikalisch vertraut er nicht einer einzigen Richtung, er verbindet seine Botschaften mit sehr unterschiedlichen Stilen: Der Startsong glänzt mit sanftem Pop, der sofort ins Ohr geht. „Unter Grund“ wird von einem sehr schnellen Beat und genauso schnellem Gesang dominiert, da braucht man schon Eingewöhnungszeit, um sich an den schnellen Finkenauer zu gewöhnen, leider ist das nicht unbedingt einer der besten Songs auf diesem Album. Dann wird die Pianoballade „Weißt Du noch“ gereicht, die zusätzlich mit Gitarren unterlegt wird. „Verdammt sein“ besitzt anschließend ein musikalisches Überraschungsmoment, denn die Beats klingen sehr heftig und Finkenauer glänzt mit aggressivem Gesang und das ganze erinnert an die Neue Deutsche Welle der 80er Jahre. Diese moderne Fassung inklusive sehr unterschiedlichen Instrumenten erschreckt zwar erst, doch die Melodie hat Qualität. „Zu glatt“ setzt noch eine Portion Rock drauf und schwelgt fast schon in der Punkmusikvergangenheit von Finkenauer.

Langweilig wird es also bei Finkenauer in musikalischer Hinsicht nie. Die sanften Songs überwiegen aber und das ist auch gut so. Bis auf die Abmischung der zwölf Songs machte Finkenauer alles in Eigenregie und er sollte aufgrund seines Talentes wirklich noch stärker beachtet werden, er hätte es jedenfalls verdient, auch wenn er nicht durchgehend Mainstreammusik komponiert, die jedem gleich gefällt. Die leider nur 35 Minuten Laufzeit kann Finkenauer mit seinen Kompositionen wett machen, doch beim nächsten Mal dürfte das schon ein bisschen mehr sein. Bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“ im Februar kann er hoffentlich mit „Unter Grund“ den TV-Zuschauer daran erinnern, sein neues Werk demnächst zu kaufen, auch wenn das ein eher schwächerer Track seines dritten Werkes ist.

Anspieltipps:

  • Ich blicke an dir vorbei
  • Verdammt sein
  • Verrosteter Revolver

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