Pearl Jam - Ten (Deluxe Edition) - Cover
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Pearl Jam Ten (Deluxe Edition)


  • Label: Epic/SonyBMG
  • Laufzeit: 180 Minuten
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10/10 Unsere Wertung Legende
6.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Stücke wie „Alive“ manifestierten eine Art Stadionrockversion des Ur-Grunge, die auch heute noch die Massen fasziniert.

Dass Sony Music mit Pearl Jam schon lange nicht mehr das Geld verdient wie zu seligen Grunge-Zeiten Anfang der 90er Jahre, dürfte wohl jedem klar sein. Allein das Debütalbum „Ten“ (08/1991) verkaufte sich in den USA ca. zehn Millionen Mal und auch die Nachfolger „Vs.“ (10/1993) und „Vitalogy“ (12/1994) kommen zusammen auf gut 12 Millionen Einheiten. Weltweit hat sich der komplette Katalog der Band mehr als 60 Millionen Mal verkauft, wodurch Pearl Jam zu den kommerziell erfolgreichsten Bands der Rockgeschichte zählt.

Ein neues Studioalbum von Pearl Jam lässt noch auf sich warten. Trotzdem muss Geld verdient werden. Hier kommt die bahnbrechende Idee dazu: Beginnend ab diesem Jahr werden alle Pearl-Jam-Alben als aufgebrezelte Deluxe Editionen wiederveröffentlicht. Taataa! Auf so eine Idee ist bisher niemand gekommen. Eine echte Marktneuheit. Und weil Pearl-Jam-Fans unter einem bösen Sammlervirus leiden, wird gleich mit der ersten Wiederveröffentlichung so richtig zugeschlagen.

Das Reissue-Debüt der bis ins Jahr 2011 (!) angelegten Aktion macht das Album „Ten“, das – man glaubt es kaum – bis dahin sein zwanzigjähriges Jubiläum feiert. Es erscheint in vier (!) verschiedenen Auflagen: Als Doppel-CD, als Doppelvinyl, als Doppel-CD plus „MTV Unplugged“-DVD sowie als luxuriöse Sammlerbox mit dem Doppelalbum auf CD und Vinyl, einem Replikat des ersten Pearl-Jam-Demo-Tapes, der „Unplugged“-DVD, einer unveröffentlichten Live-LP aus dem Jahr 1992 und noch viel mehr zusätzlichem Bonus-Schnickschnack, über den sich Sammler diebisch freuen.

Bei allen Versionen ist das Originalalbum grundsätzlich zweimal (!) vertreten, nämlich digital remastert sowie als Remix-Version von Produzent Brendan O’Brien (u.a. Bruce Springsteen, AC/DC, Audioslave). Auf der Remix-Version befinden sich mit „Brother“, „Just a girl“, „State of love and trust“, „Breath and a scream“, „2.000 mile blues“ und „Evil little goat“ zudem sechs Bonus Tracks. Außerdem wurde das Cover von Bassist und „Art Director“ Jeff Ament in dem Stil re-designt, wie es eigentlich schon 1991 hätte aussehen sollen.

Mit diesen Rahmenbedingungen kommen die Bandmitglieder ihrer Idee des ultimativen Reissue-Albums nicht nur nahe, es ist für den Fan in der Tat eine echte Fundgrube, mit der er sich mehrere Stunden auseinandersetzen kann. Herzstück dieser „Büchse der Pandora“ für Pearl-Jam-Fans ist natürlich „Ten Redux“, das noch mal durch den Wolf gedrehte Originalalbum nebst Bonus Tracks. Dabei fällt auf, dass Brendan O’Brien die ursprüngliche Sound-Glanzpolitur etwas abgetragen und einen raueren Klang aus den Mastertapes herausgeholt hat. Dadurch erstrahlt das mit Klassikern gespickte Werk in neuem Glanz, so dass nicht nur bei den Hörern, die den Grunge-Ausbruch als Teenager miterlebt haben, Gänsehaut erzeugt wird.

Stücke wie „Alive“ manifestierten eine Art Stadionrockversion des Ur-Grunge, die auch heute noch die Massen fasziniert. „Black“ zählt zu den intensivsten Gesangsleistungen von Eddie Vedder, gefolgt von „Jeremy“, das speziell durch den düsteren Videoclip in der Erinnerung einen ganzen Generation geblieben ist. Allein die erste Albumhälfte von „Ten“ zählt zum Besten eines gesamten Genres, wobei sich unter den elf Songs des Originals maximal zwei schwächere befinden. Und auch nur dann, wenn man arg streng ist. Dass am Ende sogar die meisten Bonus Tracks auf einem hohen Niveau sind, zeugt von der damaligen Schaffenskraft der Seattle-Rocker, die zeitweise etwas nachgelassen hatte, aber noch längst nicht am Ende ist. Mindestens ein Knalleralbum hat diese Band noch im Ärmel!

Anspieltipps:

  • Alive
  • Black
  • Jeremy
  • Garden
  • Even flow
  • 2.000 mile blues
  • State of love and trust

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