Emergency Gate - Rewake - Cover
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Emergency Gate Rewake


  • Label: Silverwolf/SPV
  • Laufzeit: 48 Minuten
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5.5/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Nachdem die ersten beiden Alben „Emergency gate“ (2000) und „Nightly ray“ (2006) vom Coverartwork her eher in die Welt der Comics gepasst haben, bricht mit „Rewake“ wohl nicht nur dem Titel nach eine neue Zeit für die siebenköpfige Band aus Bayern an, sondern das futuristisch wirkende, blaustichige Cover soll wohl zudem die ernste Seite der Band unterstreichen. Musikalisch bedeutet das eine modern ausgerichtete Mischung verschiedenster Stile (Power, Thrash, Heavy Metal und ein ganz klein wenig Todesblei), die teilweise in ganz homogene Songs gepackt wurden, aber aufgrund fehlender Feinabstimmung nicht im Langzeitgedächtnis haften bleiben.

Dabei macht vor allem der neu hinzugekommene Ex-Suidakra-Sänger Matthias Kupka einen wunderbaren Job und malträtiert das Mikrophon mit klarem Gesang, beherzten Screams und gelegentlichen Growls. Diese Variabilität ist auf instrumentaler Basis jedoch nicht immer ersichtlich, die bei weiteren sechs Mannen (Vladi Doose (Gitarre), Udo Simon (Gitarre), Mario Lochert (Bass), Chris Rybak (Synthesizer), Daniel Schmidle (Keyboard) und Chris Widmann am Schlagzeug) eigentlich gegeben sein sollte. Zu oft bleiben die Tracks auf einer Idee sitzen und versuchen erst gar nicht durch einen Rhythmuswechsel oder eine neue Melodie die Spannung aufrecht zu erhalten, sondern spielen stur aber technisch einwandfrei ihren Part hinunter.

Hinzu kommt noch ein ganz anderes Ärgernis, das sich in „Unbeing“, „Remains“ und dem Abschluss „Lullaby“ ganz subtil an den Hörer heranschleichen will: Die gefühlsbetonte und emotionale Seite einer harten Metalband. Zwar ist das instrumentale „Unbeing“ mehr eine Hommage an bekannte Akustikgitarrenstücke von Bands wie Annihilator und Konsorten („Crystal Ann“ lässt grüßen), doch den plötzlich feingeistigen Spielstil nimmt man Emergency Gate irgendwie nicht ab, noch dazu wenn mit „Gold & glass“ im Anschluss eine astreine Dampfwalze auf einen zurollt. Schlimmer sind da nur noch das siebenminütige Balladengeschnulze „Remains“ und das unsägliche „Lullaby“, mit denen wohl älteren Heavy Metal-Bands Tribut gezollt werden sollte, die sich auch nie für einen kitschigen Ausrutscher geschämt haben.

Wie schön wäre es, wenn dann wenigstens der Rest stimmen würde. Leider beschreiten die Bayern in den restlichen Songs den bereits oben beschriebenen Weg der Eintönigkeit oder ersticken die Nummer in überflüssigen Keyboard- und Effekteinsatz („The purpose“). Es hat also einen bestimmten Grund wieso auf der Homepage der Band nur die Stücke „Double suicide“, „Slave“ und „Gold & glass“ (siehe auch Anspieltipps) zum Anhören freigegeben sind.

Anspieltipps:

  • Slave
  • Live v 2.0
  • Gold & Glass
  • Double Suicide

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