Hoobastank - For(n)ever - Cover
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Hoobastank For(n)ever


  • Label: Island/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 40 Minuten
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3/10 Unsere Wertung Legende
5.5/10 Leserwertung Stimme ab!

Unglaublich: Das Hoobastank-Konzept funktioniert nicht mehr! Zumindest in seiner Heimat, den USA, ist das erfolgsverwöhnte Nu-Rock-Trio (Doug Robb, Dan Estrin und Chris Hesse) mit seinem vierten Album „For(n)ever” böse abgestürzt. Auch vier Wochen nach der Veröffentlichung dümpelt das Werk mit – für einen Majoract – äußerst ernüchternden Verkaufszahlen von gerade mal 30.000 Einheiten (Spitzenposition Platz 26) im Niemandsland der Billboard Charts herum. Das war so nicht zu erwarten, schließlich sind sich Hoobastank stilistisch treu geblieben, was nichts anderes bedeutet, als dass die Drei ihren poppigen Rocksound noch weiter perfektioniert haben. Doch heuer haben Hoobastank das Spielchen schlicht und einfach übertrieben.

Die elf, wiederum von Howard Benson (The Used, My Chemical Romance, Papa Roach) produzierten Tracks übertreffen den bereits sehr fragwürdigen Vorgänger „Every Man For Himself“ (05/2006) in Sachen Bombast, ausgelutschter Riffs und Melodien nochmals sehr deutlich. Auf „For(n)ever” erinnert kaum noch etwas an das gnadenlose Hitgespür und die ausgelassen Härte früherer Tage. Dazu blitzt während der knapp bemessenen Spielzeit viel zu selten das kompositorische Talent der Drei auf. Lediglich Songs wie „All about you“, „Gone gone gone“ oder „I don’t think I love you“ belegen mit Nachdruck, dass Hoobastank ihr Handwerk beherrschen.

Völliges Unverständnis weckt dagegen, dass ein unterdurchschnittlicher Track wie „My turn“ als erste Singleauskopplung herhalten muss. Das kann ja nur abschreckende Wirkung haben! Und das Reservoir fürchterlicher Single-Kandidaten ist damit noch längst nicht erschöpft. Mit den Power-Balladen (schon der Begriff grenz an Folter) „So close, so far“ und „You’re the one“ sowie dem mit Streichern zugemüllten „Tears of yesterday“ stehen weitere Schunkelliedchen parat, die selbst für Jon Bon Jovi zu seicht wären. Bezeichnend, dass der No-Doubt-Ripp-Off „The letter“ noch zu den besseren Songs gehört.

Nein Freunde, mit dieser hanebüchenen Songsammlung habt ihr zuerst das heimische Mainstreampublikum verschreckt und der Rest der Welt wird auch nicht begeistert sein ob der rundgelutschten Produktion und der weitgehend belanglosen Liedchen. Fazit: Eine rundum enttäuschende Platte!

Anspieltipps:

  • The letter
  • All about you
  • Gone gone gone
  • I don’t think I love you

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