San Glaser - New Road - Cover
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San Glaser New Road


  • Label: Flash Records
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
7.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Wenn eine Musikerin ihren Job studiert hat, mit ihren Wunschmusikern zusammenspielt, sogar noch von amerikanischen Szenegrößen unterstützt wird und zu guter letzt nach New York fliegt, um dort einige Songs mit einer Seelenverwandten zu schreiben, besteht die Gefahr, dass daraus ein verkopftes Werk entsteht, dem vielleicht die nötige Frische, Innovation und Natürlichkeit fehlt. Doch San Glaser – die eigentlich Alexandra heißt, was natürlich dem Namen das Exotische nimmt – ist neben diesen ganzen hervorragenden Grundvoraussetzungen noch mit etwas viel Wichtigerem gesegnet: Talent.

Talent zum Songschreiben, Talent die richtigen Musiker zu wählen, Talent zum Singen. Wenn auch ihre Stimme nicht so kräftig ist wie von der musikalischen Verwandten Norah Jones, nicht so sanft zerbrechlich wie Katie Meluas und nicht so unverwechselbar wie die von Joss Stone, so ist ihr Plus der größere Facettenreichtum. Da hat sich das Studium im Jazzgesang bezahlt gemacht. Ist es mangelndes Selbstbewusstsein, dass San Glaser ihr zweites Solo-Album mit zwei Songs eröffnet, die nicht aus ihrer Feder stammen? Schließlich muss sie sich mit ihren eigenen Songs wie dem Bar-Jazz-Song „Who’s gonna“ und dem lässigen Pop-Jazz-Stück „Daydream“ bestimmt nicht verstecken, sondern übertrumpft den etwas beliebigen Pop-Jazz-Auftakt („New Road“) deutlich. Richtig fruchtbar war allerdings die Zusammenarbeit mit der New Yorker Singer-/Songwriterin Kj Denhert. Die Songs scheinen nicht zufällig in der Mitte des Albums angesiedelt zu sein – sind sie doch das Herzstück, gleich gefolgt von der gefühlvollen, schmalzfreien Interpretation des Culture Club Klassikers „Do you really want to hurt me“.

Wenn San Glaser „überraschende Ausflüge in Blues, Folk Soul und Singer-/Songwriter-Texturen“ verspricht, so sind diese Ausflüge weder überraschend, noch ausgeprägt. Im Endeffekt dreht sich doch alles um den derzeit so erfolgreichen Jazz-Pop. Für echte Ausflüge in andere Musikgenre, die man ihr durchaus zutraut, fehlt ihr noch der Mut, aber da das Potential vorhanden ist, freuen wir uns auf die weiteren Werke der sympathischen Musikerin, die zwar nach eigener Aussage lieber den „puren Himmel“ als ein Feuerwerk anschaut, aber immerhin ein kleines mit der Vorlage dieser CD abbrennt.

Anspieltipps:

  • All these things
  • Let it go
  • Do you really want to hurt me
  • Spring

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