Napalm Death - Time Waits For No Slave - Cover
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Napalm Death Time Waits For No Slave


  • Label: Century Media/EMI
  • Laufzeit: 50 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
4.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Napalm Death sind seit 27 Jahren eine feste Institution wenn es um kompromisslosen Grindcore mit leichten Deathmetal Einschlägen geht. Die seit 2004 nur noch vierköpfige Band (Gitarrist Jesse Pintado verließ 2004 die Band und starb zwei Jahre später an den Folgen eines diabetischen Komas) bleibt dabei auch auf dem 14. Studioalbum sich selbst treu und baut die schon auf dem Vorgänger eingeschlagene Death-Metal-Richtung weiter aus! Auch textlich geht es gewohnt sozialkritisch, ohne das Barney ein Blatt vor den Mund nehmen würde zu. Jedoch hat er auch das Recht dazu, denn auch außermusikalisch beteiligen sich Napalm Death, allen voran Mark „Barney“ Greenway, an vielen verschiedenen Benefizaktionen und Projekten, setzen sich sogar stark für die Rechte der Musikschaffenden und Musikhörenden ein.

„Strong-arm“ gibt gleich ohne jegliche Vorwarnung Vollgas, dabei wird auf jeglichen unnötigen Ballast wie übertriebene Breaks oder andere Härte raubende Elemente so gut wie vollständig verzichtet. Verschnaufpausen werden auf „Death time waits for no slave“ rar aber sinnvoll gesät. Das stilprägende Element der Truppe ist und bleibt ihr kompromissloser Grindcore. „Diktat“ wirft noch eine Schippe Brutalität drauf. Auffällig dabei die eingeflochtene Bridge-Passage, welche direkt für Entspannung sorgt und gleichzeitig das erste kleine Highlight der Platte markiert. Bei „Work to rule“ wird nun auch der Death Metal ausgepackt und Napalm Death-typisch zerhackt. Wie es die Band nach 27 Jahren immer noch schafft, ständig zu touren, ein neues Album zu veröffentlichen und im Anschluss wieder auf Tour zu gehen ohne das man dabei den Alben oder auch der Band live Müdigkeit anmerken würde, bleibt wohl ein Rätsel.

Wer die Truppe allerdings vor zehn Jahren kannte und dann dieses Album in den Händen hält, der wird bis hier fast keinen Unterschied feststellen. „On the brink of extinction“ jedoch lässt das erste Mal die Zügel ein wenig lockerer, was aus meiner Sicht für das Schlagzeug die Rhythmenvielfalt vergrößert und keine Angst, im weiteren Verlauf wird das Tempo auch noch ins Unendliche getrieben! Der sich anschließende Titelgeber kommt nicht nur mit Death Metal daher, sondern fährt im Refrain sogar cleane Gesänge auf! Hey, Napalm Death wagen sich damit etwas Besonderes, haben quasi experimentiert, das lässt das Zuhörerherz doch ein wenig aufflammen. Und auch „Life and limb“ hat mit seinen melodischen Refrain-Parts schon fast (und das ist in keinster Weise negativ gemeint) Mitsing-Qualitäten. Aber keine Angst, im weiteren Verlauf hört man noch genügend „klassischen“ Grindcore („Work to rule“, „A no-sided argument“) und somit man auch in diese Richtung voll bedient.

Nach einem typischen Napalm Death-Start haben sich die Jungs im Verlauf der Platte selbst bewiesen, dass sie sich nicht zu schön sind, auch mal das eine oder andere Experiment zu wagen und wenn es dann noch so gut gelingt, wie in „Life and limb“ brauchen sie sich auch keine Sorgen zu machen, alte Fans damit zu vergraulen. Von mir aus könnt ihr euch in Zukunft ruhig noch öfter über den von euch selbst gebauten Grindcore-Berg trauen. Das Album jedenfalls passt sich perfekt in die Geschichte der Band ein und klingt wie eine gelungene Weiterentwicklung des Vorgängers – was will man mehr!

Anspieltipps:

  • Diktat
  • Time waits for no slave
  • Life and Limb
  • Procrastination of the empty vessel

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