The Rifles - Great Escape - Cover
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The Rifles Great Escape


  • Label: Ada Global/Rough Trade
  • Laufzeit: 39 Minuten
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7.5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

The Rifles bleiben sich trotz einiger wenigen Experimente treu und überzeugen mit ausgefeiltem Songwriting.

Die Schumacher des Britpops sind zurück. Zwar kommt das britische Quartett auch zusammenaddiert nicht annähernd an die Kinnlänge des berühmten Charaktergesichtsknochens heran. Auch steht der Exitus ihrer Karriere wahrscheinlich noch längst nicht bevor. Aber die Konstanz ihres musikalischen Outputs erinnert dann doch irgendwie an die Souveränität unser aller ehemaliger Lieblingsdauerweltmeister Mischi S.

Zugegeben. So berühmt wie Schumi sind sie nicht und werden sie mit großer Wahrscheinlichkeit auch nie werden. Aber mit „The Great Escape“ biegen die vier Jungs aus London zum wiederholten Male geradewegs auf die Zielgerade des guten Musikgeschmacks. Da wo unzähligen (wie auch meist unnötigen) Oasis- und Blur-Verschnitten bereits nach der ersten Kurve der Motor abgesoffen ist, ziehen The Rifles weiter und beständig ihre Runden. Dass der Titel ihres zweiten Studiowerks genauso lautet wie der Erstling einer der oben genannten Britpopurgesteine mag Zufall sein- oder auch nicht. Der Nachfolger ihres 2006er Debüts „No Love Lost“ bewegt sich wieder sehr Nahe an dem nach Bandaussage angestrebten „perfect pop song“.

„Science Is Violence“ prescht gleich zu Beginn mit Karacho durchs Ohr und stimmt auf die kommenden knapp vierzig poprockenden Minuten ein- mit Verzerrer, Chorgesang und allem was rumorende Inselmusik sonst noch zu bieten hat. Ähnlich rasant geht es auf der Northern Souligen Überrundung „Fool To Sorrow“ (hier dann auch die obligatorischen Handclaps), dem sommerhaften „Sometimes“, dem Libertines’schen „Out In The Past“ oder auch dem fröhlich hüpfendem Klopfer „Romeo And Juliet“ zur Sache. Auf Boxenstops wartet man Gott sei dank vergebens. Die letzten Meter der „großen Flucht“ werden dann mit Streichern, Trompeten und popmösen Soundwirbel („The General“) verziert und schließlich mit der Beatles-andächtigen Ehrenrunde „For the Meantime“ beendet.

The Rifles bleiben sich trotz einiger wenigen Experimente treu und überzeugen mit ausgefeiltem Songwriting und einer gekonnten Balance zwischen Indie-Geschrammel und äußerst eingängigen Pop-Melodien. Mit „The Great Escape“ behauptet sie ihren Podiumsplatz im aktuellen BritPop-Tournament. Und wenn sie zukünftig in den Kurven noch ein wenig mehr Risiko gehen, dann ist das nächste Mal vielleicht sogar noch mehr drin.

Anspieltipps:

  • Science In Violence
  • Fool To Sorrow
  • Out In The Past
  • The General

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