Rumble In Rhodos - Intentions - Cover
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Rumble In Rhodos Intentions


  • Label: Plastic Head/SOULFOOD
  • Laufzeit: 41 Minuten
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5/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Krach ist nicht gleich Krach. Innerhalb des Genres gibt es mindestens so viele Divergenzen wie die Inuit Wörter für Schnee haben. Rumble In Rhodos ist darin ohne Einschränkung als soft zu bezeichnen. Ob das jetzt nun wirklich Noise oder Post-Hardcore sein will, ist eigentlich egal, es ist zu lau und weinerlich für beides. Der Emo-Virus grassiert in andere Genres über, Rumble In Rhodos ein Beweis hierfür. Machen wir es kurz, das große, große Manko dieser Band: Autenthizität. Jungs, euch gibt es seit 2003, ihr seid aus Oslo, eifert viel zu billig euren Stadvorbildern Jr Ewing nach, bringt einfach zu oft At The Drive-In- und Blood Brothers-Anleihen und seid dabei viel zu viel zu brave Vorstadtrebellen.

Gediegene Wut, ein Anachronismus der nun mal unecht klingt, auch wenn sie sich ja Mühe geben. Mühe die Passagenweise erdet, bei „Ethical Codes“ und „Harpoon Etiquette“ noch am ehesten. Doch wird man das Gefühl nicht los, all die Hektik, Moll-Solis und Stoßgeschreie schon einmal gehört zu haben. Eine bisweilen brutale Erkenntnis aber: Ein eigenes Timbre kann man nicht im Proberaum antrainieren, man hat es oder man hat es nicht.

Doch wollen wir nicht zu hart mit den jungen Norwegern sein und ihrem zweiten Album, das quasi als Erstling fungiert, da der Vorgänger über die schneeweißen Landesgrenzen nicht hinweglangte. „Intentions“ ist ein zu viel versprechender, anmaßender Titel, doch ist das Album auch weit entfernt von verabscheuungswürdiger Verdammung. Es dümpelt einfach nur zu sehr im Meer des Schon-Gewesenen. Kenne man sich nicht aus in dieser Krach-Gattung, könnte es fast als innovativ durch gehen. Letztlich hat eure MySpace-Freundesliste (Robocop Kraus, Thunderbirds Are Now!) zu viel versprochen.

Anspieltipps:

  • Ethical Codes
  • Harpoon Etiquette
  • Paws, Claws & Alarm-Clock Laws

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