Lynne Hanson - Eleven Months - Cover
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Lynne Hanson Eleven Months


  • Label: Weatherbox/ALIVE
  • Laufzeit: 43 Minuten
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6/10 Unsere Wertung Legende
5.7/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Kanadierin Lynne Hanson bietet ihrer Hörerschaft auch auf Ihrem zweiten Studioalbum „Eleven Months“ ansprechend unaufgeregten Country-Folk-Pop der geschmeidig durch die Ohren galoppiert, manchmal aber auch an seinen meist zu soften Arrangements zu lahmen beginnt. Und das obwohl die Singer-Songwriterin laut Fachpresse zu einer der großen Roots/Americana-Hoffnungen zählen soll.

Das klingt komisch- ist auch nicht so. Denn den Nachfolger Ihres Debüts „Things I Miss“ könnte man nur mit sehr viel Wohltun irgendwie unter dem Genre Roots/Americana einordnen. Diese zwölf Darbietungen scheinen eher für wohlig-poppige Abende im Veranda-Schaukelstuhl vor der eigenen kleinen Holzfällerhütte prädestiniert. Hansons beruhigende Stimmbänder treffen auf Populärmusik und mischen sich mit ein wenig Bass, luftig leichten Drums und denen für jene Harmonien obligatorischen Lap-Steel-Gitarren.

So bekommt man in insgesamt 45 äußerst country-schwellenden Minuten durchaus nette, poppige Melodien serviert („Eleven Months“, „Dance In The Evermore“, „Movie Queen“), ruhige Balladen eingehaucht („Seeking Juliet“, „More Of The Same“) und hier und da, wie auf „Nazareth Bound“ oder dem Mundharmonikalastigen „Willow Tree“ auch eine weniger radiotaugliche Komposition ins Ohr geschmuggelt. Traurig und besinnlich wird es auf dem im Vergleich zu den übrigen Nummern beinahe schon leidenden Höhepunkt der Scheibe „Tears In Your Rain“, bevor der Bauer-Sucht-Frau-Scheunen-Feger „Cold Touch“ der gerade so herrlich herbeimusizierten Stimmung wieder einen Hillbilly-gen Dämpfer versetzt.

Ein Album bei dem die Sängerin aus Ottawa vieles richtig gemacht hat. Aber mit einem bisschen mehr Mut zur Anti-Melodie hätte Lynne Hanson ihren „Eleven Months“ einen entschieden hörbareren Nachdruck verleihen können. Was bleibt sind liebenswürdige Songs für laue, sternenklare Sommernächte- einige gähnend-nervige Verschnaufpausen inklusive.

Anspieltipps:

  • Dance In The Evermore
  • Willow Tree
  • Tears In Your Rain
  • How Little I Sleep

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