Ruby Throat - The Ventriloquist - Cover
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Ruby Throat The Ventriloquist


  • Label: Weatherbox/ALIVE
  • Laufzeit: 67 Minuten
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8.5/10 Unsere Wertung Legende
6.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Ob als Sängerin der Londoner Rock-Formation „QueenAdreena“ oder auch als Frontstimme der einstigen Indie-Punker „Daisy Chainsaw“. Katie Jane Garside kann in ihrer mittlerweile 20-jährigen andauernden Schaffenszeit einen doch außerordentlich energiegeladenen musikalischen Backkatalog vorweisen.

Dass die nun bereits vierzig Lenze zählende Garside aber auch durchaus anders kann, beweist sie nun und in neuer Besetzung. Zusammen mit ihrem Partner Chris Whittingham debütiert sie als eine Hälfte von „Ruby Throat“ und kreuzet auf „The Ventriloquist“ schaurig-schöne Atmosphären Nick Cave’scher „Murder Ballads“ mit der sinnlich-sanften Klarheit ihres unverwechselbaren Gesangs. Und der Erstling dieser Kollaboration öffnet sogleich die akustische Tür in ein von nebligem Folk-Noir, alternativen Countryanleihen, Shoegaze inspirierten und düster-lyrisch geschwängertes Melodiengemäuer. Bereits der zerbrechliche Eröffner „Swan And The Minotaur (Troubled Man)“ führt vor Ohren, dass man es hier garantiert nicht mit einer Platte für frühlingshaft ausklingende Abende zu hören hat.

„House Of Thieves“ zieht in einen schimmernden, von Garsides sirenenhafter Stimme getragenen Bann und verführt ähnlich melancholisch wie die beinahe dahingehaucht intimen Balladen „Naked Ruby“ und „Salto Angel“. Die Homogenität dieses Albums ist sein größter Pluspunkt. Ausnahmslos überzeugend schmiegen sich die Bluegrass-Improvisationen Whittinghams und Garside’sche Hummingbird-Klänge ans Trommelfell und lassen zu keiner Zeit Eintönigkeit aufkommen. Da funktioniert dann sogar der 16-minütige! Höhepunkt der Platte („John 3.16“), der sich in traumhaft verschwommene Prog-Noise Sphären zu verlieren scheint. Das verschachtelt-rockige „Consuela’s Newt“ und das bittersüße „Boat Song“ geleiten dann nach über einer Stunde emotionalen Tiefganges dieses hervorragende Werk seinem Ende entgegen.

„The Ventriloquist“ besticht durch Sanftheit, einer ungemeinen Präsenz und dem Zusammenspiel zweier sich gesucht und gefunden zu haben scheinenden Künstler. Man kann nur hoffen, dass dies nicht der letzte Akt in der Zusammenarbeit von Garside und Whittingham gewesen ist, und das uns „Ruby Throat“ noch das ein oder andere Mal unter die Haut musizieren werden.

Anspieltipps:

  • House Of Thieves
  • Salto Angel
  • John 3.16
  • Boat Song

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