Nightwish - Made In Hong Kong (And In Various Other Places) - Cover
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Nightwish Made In Hong Kong (And In Various Other Places)


  • Label: Nuclear Blast/WEA
  • Laufzeit: 116 Minuten
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Im Großen und Ganzen ist „Made In Hong Kong“ nur eine Veröffentlichung für beinharte Nightwish-Fans.

Eigentlich war es zu erwarten: entgegen der frühzeitigen Ankündigungen aus dem Hause Nightwish, dass es von der noch laufenden „Dark Passion Play“ Tournee kein live-Dokument geben würde, erscheint nun das erste live-Album mit neu-Vokalistin Anette Olzon. Und was hätte diese Veröffentlichung alles sein können! Die Vorstellung, ein komplettes Konzert, oder wenigstens eine repräsentative Auswahl aus dem Live Set für den heimischen CD-Player zu bekommen, wurde bereits mit der Veröffentlichung der Trackliste zerstört.

Denn ausschließlich acht Stücke aus dem letzten Erfolgsalbum haben es auf die EP geschafft. Auf die gelungenen Neuinterpretationen von Bandklassikern wie „Wishmaster“, „Ever Dream“ und „Nemo“ müssen die Fans also verzichten. Was nicht ganz so ärgerlich wäre, wenn sich die neuen Titel in der live Version wenigstens merklich von ihren Studio-Pendants unterscheiden würden. Sicherlich: „Bye Bye Beautiful“ kann im Verse noch einmal ein ganzes Stück zulegen und auch das Epos „The Poet And The Pendulum“ sorgt für Gänsehaut. Dafür sind die live-Versionen von „Whoever Brings The Night“ und „The Islander“ eher entbehrlich zu nennen. Immerhin ist der Sound authentisch und druckvoll, wenn auch Olzons Gesang beinahe zu perfekt klingt…

Dazu kommen drei Titel, die den hart gesottenen Fans ohnehin schon bekannt sein dürften: „Escapist“, der es unverständlicherweise nicht auf das „Dark Passion Play“ Album geschafft hat, das ausschließlich von Bassist Marco Hietala intonierte „While Your Lips Are Still Red“ und die Demo-Version von „Cadence Of Her Last Breath“.

Ein zusätzlicher Kaufanreiz wird durch die beigelegte Bonus DVD gegeben: eine gut Halbstündige Dokumentation zeigt Eindrücke von der Tour. Neben einigen recht interessanten und auch tiefgründigen Kommentaren zur momentanen Bandsituation kommen auch allerlei alkoholgeschwängerte Tourerlebnisse nicht zu kurz, von live Songs sind lediglich Ausschnitte zu sehen. Abgerundet wird der Silberling durch die drei Musikvideos zur aktuellen Scheibe, wobei insbesondere der Clip zu „The Islander“ wirklich sehenswert ist.

Im Großen und Ganzen ist „Made In Hong Kong“ also eher eine Veröffentlichung für beinharte Nightwish-Fans, die bekommen allerdings ein prall geschnürtes Paket für ihr Geld, auch wenn ein Teil des Materials bereits bekannt sein dürfte. Ein leicht fader Nachgeschmack bleibt ohnehin zurück, denn die Daseinsberechtigung für diese Veröffentlichung dürfte durch das Fehlen der Tarja-Neuinterpretationen durchaus in Frage gestellt werden.

Anspieltipps:

  • Bye Bye Beautiful
  • The Poet And The Pendulum
  • Escapist

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