Situation Leclerq - Glaxø - Cover
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Situation Leclerq Glaxø


  • Label: Alison Records/CARGO
  • Laufzeit: 51 Minuten
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2/10 Unsere Wertung Legende
5.9/10 Leserwertung Stimme ab!

Als DJ-Live-Act hat sich der Vierer aus Hannover und Hamburg in Vor- oder Nachbereitung von Mia-, The Robocop Kraus-, Jeans Team- und Zoot Woman-Abenden wohl einen kleinen Namen gemacht. Und vor allem zu viel Mut. Denn das Debüt-Album von Situation Leclerq ist ungenügend, uninspiriert, lästig, strapazierend, kurz: schlecht.

Der Sänger ist in dreifacher Ausführung im Coverartwork visual auffindbar, der Rest der Band einmal. Im selben Mischverhältnis ist die Musik zu bewerten, neben den schlicht lausig-billigen Melodien und vorhersehbaren Songwriting ist der Gesang und was er uns zu sagen versucht das Schlimmste an „Glaxo“.

Ach ja, Electro-Disco-Indie-Was-Weiß-Ich-Pop machen diese Typen, die unglaublich tanzbar daherkommen wollen und sich garantiert wünschen in Rezensionen Verweise auf Hercules And Love Affair zu finden. Als Negativbeispiel des Disco-Revivals mögen sie hier fungieren. Eine solch ideenlose Dümpelei auf Billigbeats ist in den elektronischen Wirrungen der Neunziger Jahre untergegangen – hat man geglaubt („Freaks“ und „Shiny Boots“). Wie sehr Gesangsmelodien terrorisieren können („Thank You“, ach eigentlich jeder Song) vergisst man vorschnell, schafft man es tatsächlich der deutschen Charts-Musik zu entsagen. Manchmal versuchen die instrumentalen Staccato-Elektrobeats einen drive aufzubauen („Hey Lawyer“, „Read My Lips“), Kartenhausgleich fällt er noch bei jedem, wirklich jedem, Song spätestens beim Refrain zusammen und versinkt in plagiativem Kitsch, über dem es nichts, aber auch gar nichts zu lachen gibt.

Nein, das ist nicht der gute Prince, auch nicht die Synthie-Ära oder der Disco-Spirit der Achtziger. Das ist uninspirierte, trittbrettfahrende Modemusik. Mit egomanem Chuzpe. Der Sänger ist in dreifacher Ausführung im Coverartwork visual auffindbar, der Rest der Band einmal. Das allein ist Verortung genug.

Anspieltipps:

  • Hey Lawyer
  • Elevator Boy

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