Dido - No Angel - Cover
Große Ansicht

Dido No Angel


  • Label: Arista/BMG
  • Laufzeit: 51 Minuten
Artikel teilen:
8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Dido liegt sensibler Pop, der ab und an mit einer Prise R&B vefeinert wird.

Didos Stimme kannte man schon lange, bevor man ihren Künstlernamen wusste. Eminem, der um die Jahrtausendwende herum einer der erfolgreichsten Musiker auf dem Markt war und Hits am Fließband produzierte, hörte Didos „Thank You“ und nahm Kontakt zur Künstlerin auf. Mit ihrer Erlaubnis sampelte er den Refrain von ihr hinter Strophen von ihm und kurze Zeit später lief der nächste Megahit „Stan“ auf den Radio- und Fernsehstationen rauf und runter.

Unmittelbar nach diesem Riesenerfolg veröffentlichte Dido ihr Debütalbum; ein geschickter Schachzug, hatte sie mit der Eminem-Kooperation doch die denkbar beste Promotion gehabt, die zu dieser Zeit möglich war. „Stan“ blieb nicht der einzige Erfolg für die junge Britin. Auch die Single „Here With Me“, sowie das später veröffentlichte „Thank You“ ließen die Hörer dahin schmelzen. Die positive Resonanz lässt sich wahrscheinlich daraus schließen, dass Dido für ihre Stimme die perfekte Nische gefunden hat. Zart, hell und zerbrechlich singt die auch äußerlich nett und unschuldig wirkende Künstlerin von gefundener Liebe, großen Gefühlen, schmerzlicher Trennung, verletztem Stolz und Hoffnung. Sie wirkt schlicht und ergreifend authentisch. Das Arrangement unterstreicht die zeitlosen Popmelodien und setzt sie gekonnt in Szene.

Ausreichend musikalische Erfahrung konnte Dido bereits bei Faithless sammeln. Als Backroundsängerin unterstützte sie dort ihren Bruder Rollo Armstrong. Stilistisch fischt sie allerdings in anderen Gewässern. Dido liegt der sensible Pop, der ab und an mit einer Prise R&B vefeinert wird, viel mehr. „No Angel“ liefert durchweg Songs für kalte Herbsttage und melancholische Stunden. Auf einem Liebeslied-Mixtape würden sich Songs dieses Debuts immer gut eignen. Auch wenn man sich vielleicht ein, zwei schnellere Nummern wünscht, um zumindest kurz aus dem See der Melancholie herausgezogen zu werden, so ist „No Angel“ dennoch eine durchweg ansprechende Qualität und Schönheit zu attestieren.

Anspieltipps:

  • Hunter
  • My Lover’s Gone
  • Isobel
  • Take My Hand

Neue Kritiken im Genre „Pop“
7.5/10

Cracked Actor (Live Los Angeles ´74)
  • 2017    
Diskutiere über „Dido“
comments powered by Disqus