Jiri Malakoff - Jiri Malakoff - Cover
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Jiri Malakoff Jiri Malakoff


  • Label: Oddtune/Broken Silence
  • Laufzeit: 33 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Es kann schon mal vorkommen, dass die Frage „Wieso hat diese Band denn überhaupt fünf/sechs/sieben/u.s.w. Mitglieder?“ neben ihrer offensichtlich musikalischen Natur noch eine ganz andere Logik in sich trägt. Wird nämlich ein Blick auf Singer/Songwriter geworfen, die wirklich alles selber machen, könnte die Antwort auf eben gestellte Frage schlicht mit „fehlende musikalische Omnipotenz“ beantwortet werden, denn was z.B. Jiri Malakoff innerhalb von zwölf Monaten für ein homogenes und dabei verspieltes, Multitasking-erprobtes Album aufgenommen hat, ist bemerkenswert.

In einer halben Stunde präsentiert er nicht nur knalligen Synthie-Pop, sondern verzückt den Hörer mit netten, kleinen Geschichten, die zwar keinen Innovationspreis gewinnen, aber vor allem wegen ihres eigenen Charmes zu punkten wissen. Während Jiri also über den wortwörtlich gemeinten Alltag sinniert („10.30“), legt er eine subtile Keyboardmelodie darüber, lässt einige Samples vor sich hin wabern und pluckern, bis man von der unverschämten Leichtigkeit des Stücks dazu angehalten wird mitzusingen. Diese simpel klingende, aber treffsichere Zusammenfügung elektronischer Puzzleteile hält Malakoff stets aufrecht und reiht so einen kleinen aber feinen Popsong mit den unterschiedlichsten Stimmungen und Instrumenten (wenn auch meist aus dem Computer) an den nächsten.

Trotzdem ist die Mischung sicher nicht jedermanns Geschmack und eine Vorliebe für die Grundgerüste der 70er und 80er Disco- und Synthie-Popmusik, insbesondere Giorgio Moroder, Pet Shop Boys, Simon & Garfunkel oder jüngere Derivate wie die Scissor Sisters und Mika (wenn Jiri auch nicht ganz so abgedrehte Stimmeinlagen hervorbringt wie der britische Musiker, sondern sich eher auf melancholische Töne stützt) sollten schon mitgebracht werden um am Debüt von Jiri Malakoff überhaupt Gefallen zu finden. Auf jeden Fall schön zu hören, dass es solche kleinen Indie-Platten mit leicht verschrobenem Charakter auch ins neue Jahr geschafft haben.

Anspieltipps:

  • 10.30
  • Endlessly
  • Yellowish

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