Dreaming Dead - Within One - Cover
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Dreaming Dead Within One


  • Label: Ibex Moon Records
  • Laufzeit: 42 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.6/10 Leserwertung Stimme ab!

Etwas mehr als drei Wochen sind in 2009 jetzt vergangen und schon liegt ein Anwärter auf das Debüt des Jahres vor. Diesen Titel darf sich jedoch keine melodieselige Rockplatte auf die Stirn schreiben, sondern ein böser und hinterhältiger Todesbleihammer, der noch dazu mit einigen Thrash-Salven und herrlich schwarzer Gothic-Atmosphäre zu punkten weiß. Das Herzstück von „Within one“ liegt jedoch beim stimmlichen Aspekt, der von einer gewissen Elizabeth Schall mit Leben gefüllt wird. Sie wütet als weibliches Pendant zu Dani Filth (Cradle Of Filth) oder knackigere Ausgabe einer Angela Gossow (Arch Enemy) bei der von ihr gegründeten Truppe Dreaming Dead und sorgt bei den acht Songs des Erstlings für das richtige Gleichgewicht zwischen Bodenständigkeit und Wahnsinn, welches durch ihre zweite Stelle als Gitarristin Erklärung findet.

Unterstützt wird sie lediglich von Juan Ramirez (Bass) und Mike Caffell (Schlagzeug), die allerdings zu dritt eine hochexplosive Mischung geschaffen haben, die so schnell nicht aus dem CD-Player verschwinden will. Die zwei 4 ½-Minüter „Stairs into the vortex“ und „Within one“ geben gleich die Marschrichtung vor und lassen eine flotte Breitseite mit durchgeschnittenen Bremsschläuchen aus den Boxen krachen, die trotz des schnellen Tempos auf die richtige Dosis Wiedererkennungswert und mehrere hakenschlagende Argumente nicht vergessen haben. Technisch eindrucksvoll holzt sich der Dreier durch die restlichen Tracks, die, wie schon der Beginn von „Putrid is the sky“ vermuten lässt, zudem nicht auf ruhige Passagen und gelegentliche Verschnaufpausen verzichten, sondern diese zugunsten eines intensiven Klangerlebnisses in das sonstigen Todesblei-Gebolze einbinden.

Zusätzlich garnieren Dreaming Dead ihr Material mit heftig einsetzenden Eruptionen, die nicht nur die Nackenwirbel in Bewegung setzen, sondern auch zeigen, dass mit Frau Schall & Co. nicht zu spaßen ist. All diese songtechnischen Kniffe kollidieren besonders großartig im Albumender „Manslaughter“, der mit heranziehendem Gewitter, einsetzendem Regen, dem gänzlich ruhigen Aufbau und der dennoch immer unheilvoller werdenden Stimmung, die sich in eine wahre Doom meets Death-Orgie entlädt, zum absoluten Höhepunkt von „Within one“ avanciert. Parallelen zu Genre-Größen wie Cradle Of Filth (Stimme), Cryptopsy, Death (Härte und technische Herangehensweise) oder Opeth (Atmosphäre) sind natürlich nicht von der Hand zu weisen, unterstreichen angesichts des starken Hörerlebnisses aber nur, dass es immer noch besser ist gut zu kopieren als schlecht selbst etwas zu erfinden. Nach weiteren Veröffentlichungen aus dem Hause Dreaming Dead darf sich der geneigte Genre-Fan in Zukunft jedenfalls getrost umschauen.

Anspieltipps:

  • Cursed
  • Within One
  • Manslaughter
  • Shadows In The Dark

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