16 - Bridges To Burn - Cover
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16 Bridges To Burn


  • Label: Relapse Records
  • Laufzeit: 46 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
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Der Gründung von 16 haftet dieselbe Motivation an wie vielen anderen Sludge-Bands, die sich in den 90ern zusammengeschlossen haben: Frustration. Trotz vier Studioalben und unzähligen Split-Eps bzw. Minialben, die vom tagtäglichen Überlebenskampf handeln, haben es die vier Herrschaften aus dem Süden Kaliforniens allerdings nie geschafft sich aus dem Schatten einer Band wie Crowbar oder der Supertruppe Down zu lösen und genießen eher den Status eines Insidertipps. Dieser Umstand sowie eine mittlerweile 6jährige Abstinenz vom Musikbusiness (das letzte Album „Zoloft smile“ stammt aus 2003) haben Cris Jerue (Gesang), Bobby Ferry (Gitarre), Tony Baumeister (Bass) und Jason Corley (Schlagzeug) nicht davon abgehalten sich wieder ins Studio zu begeben und mit „Bridges to burn“ ihre fünfte Scheibe abzuliefern.

Der Einstand gelingt mit „Throw in the towel“ auch ganz ordentlich, sodass der entgegen der üblichen Genrekonventionen schnell und druckvoll gespielte Sludgecore gleich zu Beginn für offene Ohren sorgt. Vor allem die abgestimmte Rhythmussektion und das stets heisere Organ von Cris zählen zu den eindeutigen Pluspunkten. Dummerweise muss sich der Vierer erst warm spielen und nach der überzeugenden Vorspeise heißt es in „Skin and bones“ sogleich „Bitte warten“ bzw. „Leave me alone“, was sich ebenfalls an den aufeinanderfolgenden, am Reißbrett entworfenen Songs bemerkbar macht. Überraschende Tempowechsel oder ein harsches Herumreißen des Rhythmus dürfte wohl einfach nicht der Motor bei eben jenen Stücken gewesen sein, weswegen die Vorhersehbarkeit den Hörgenuss wesentlich schmälert und sich eine gewisse Übersättigung bei den dröhnenden Ungetümen einstellt.

Mit „Flake“ bieten 16 dann wieder etwas überzeugenderes Liedgut feil und stürmen von stampfendem Schlagzeugbeat unterstützt in eine aggressive Mixtur aus schneidenden Gitarren und Lavariffs, verwerfen diesen spielfreudigeren Zugang jedoch erneut und steuern mit „You let me down“ wieder in eine künstlerische Einbahnstraße. Dazu gesellt sich noch der eine oder andere depressive Textfetzen, welcher nicht nur aus dem Tagebuch eines Zwölfjährigen stammen könnte („It´s the worst day of my life / I´ve been up the whole fucking night / Fuck / I fucked up / I fucked up again“), sondern auch beschämend peinlich für eine Band ist, die schon über 15 Jahre existiert. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet dürfte das Ventil hinter „Bridges to burn“ erneut Frustration gewesen sein um sich den ganzen Scheiß von der Seele zu schreiben, der einem tagtäglich passiert. Das hätte allerdings etwas ideenreicher vonstatten gehen können wie auch die nach und nach ermüdende Gesamtvorstellung der Truppe, wodurch 16 aller Voraussicht nach ihrem genrebedingten Nischendasein keinen Abbruch bescheren werden.

Anspieltipps:

  • Flake
  • Throw In The Towel

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