Lloyd Cole - Cleaning Out The Ashtrays: Collected B-Sides And Rarities - Cover
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Lloyd Cole Cleaning Out The Ashtrays: Collected B-Sides And Rarities


  • Label: Tapete Records
  • Laufzeit: 200 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.3/10 Leserwertung Stimme ab!

Insgesamt bekommt der Fan oder der Einsteiger hier einen guten Querschnitt von 59 Tracks über Lloyd Coles Soloarbeit.

Lloyd Cole kann dem Musikfan den Weg gekreuzt haben als Komponist, Sänger und Frontmann der 1982 gegründeten Band Lloyd Cole & the Commotions. Diese feierten mit drei Alben („Rattlesnakes“, „Easy Pieces“ und „Mainstream“) Charterfolge in ganz Europa. Mit der Single „Lost Weekend“ waren sie sogar zu Gast in der TV-Sendung Formel Eins. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere trennten sie sich jedoch, trafen sich jedoch zu zwei Konzerten in London 2004 und unterstützten sich nach wie vor in ihren Projekten. Lloyd Cole selbst wurde über einige Umwege und Stilbrüche ein klassischer Singer/Songwriter. Er entwickelte schon recht früh eine Website mit einem Blog, wo die Fans auch interaktiv tätig sein konnten. In diesem Blog wurde schon lange darauf gedrängt, dass er eine Box veröffentlicht. Nun hat er es getan. Er hat ausgemistet. Er hat das veröffentlicht, wonach viele Fans gefragt und verlangt haben, eine B-Sides und Raritäten-Box.

Insgesamt bekommt der Fan oder der Einsteiger einen guten Querschnitt von 59 Tracks über Lloyd Coles Soloarbeit, denn die Zeit mit den Commotions wird leider nicht berücksichtigt. Dabei stolpert man auch über Coverversionen von Lou Reed, Marc Bolan und Leonard Cohen. Das Tolle an dieser Box ist, dass diese sowohl für Einsteiger geeignet ist und für Fans auch etwas Neues bietet. Dadurch stellt diese Box keine Abzocke dar. Alle darauf enthaltenen Stücke finden leicht Zugang und klingen auch in anderen Variationen nicht zu fremd. Die Umgewöhnung geht bis auf „Butterfly“ recht schnell. „Butterfly“ ist recht verzehrt und klingt eher, wie eine missglückte Nummer von Kraftwerk. Das bleibt aber die Ausnahme.

Das Negative an dieser Box ist, dass die einzige Priorität der Lieder in der Chronologie zu liegen scheint. Man hört also nicht Coles persönliche Zusammenstellung oder gar Hitparade. Somit fehlt es der Box an einem roten Faden und erst recht an einem Konzept. Auch mit plötzlichen Stilbrüchen innerhalb einer CD muss der Hörer klar kommen. Ebenso muss er es verschmerzen, dass er sämtliche Songs so wohl nie mehr live zu hören bekommt, da Lloyd Cole seit 2001 nicht mehr mit Band, sondern solo und nur mit Barhocker und Gitarre ausgestattet, auftritt.

Dem Autor liegen nur die vier CDs vor. Inwiefern die Box aufwändig gestaltet ist und welche Informationen ein eventuelles Booklet enthält, lässt sich leider nicht sagen. Doch alles in allem hat diese Box es echt verdient, gehört zu werden. Die Tonqualität ist trotz unterschiedlicher Aufnahmejahrgänge auf gleich hohem gutem Niveau. Wer wissen will, wie weit der Weg vom britischen Pop zum Singer/Songwriter ist und bei dieser Wandlung trotzdem authentisch bleibt und nie gutes Songwriting vernachlässigt, der kann mit der Box richtig glücklich werden.

Anspieltipps:

  • Don’t look back
  • Weeping Wine
  • Weird on me
  • Children of Revolution
  • Happy for you
  • Like lovers do
  • Late night, early town
  • My alibi

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