Parallel Or 90 Degrees - A Can Of Worms: The Best Of Po90 1996-2001 - Cover
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Parallel Or 90 Degrees A Can Of Worms: The Best Of Po90 1996-2001


  • Label: ProgRock Records/SPV
  • Laufzeit: 158 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Besonders in der breiten Szene der Prog-Rock-Musik ist es bis heute ein großes Geheimnis, warum die eine Band Erfolg hat und die andere ein reines Nischen-Dasein fristet. Letzteres gilt auf jeden Fall für die Band, die schon durch ihren Namen auffallen sollte: Parallel Or Ninety Degrees. Vielleicht ist der Name aber auch zu ausgefallen gewählt und stand dem Erfolg der Band von Beginn an im Weg. Das Wirken der Band beschränkt sich auf die fünf Jahre, die sich hier auf der Best Of wiederfinden. Nach 2001 wirkte der Kopf und Sänger der Band, Andy Tillison, bei dem Projekt The Tangent mit, dessen erstes Album zum umjubelten Prog-Werk des Jahres 2003 wurde … das Ende von Po90 – die beliebte Abkürzung macht den Bandnamen übrigens auch nicht besser – war damit eingeläutet.

Nach dem Erfolg von The Tangents Debütalbum waren plötzlich auch die alten Po90-Alben gefragt und in den vergangenen Jahren wurden sie zu Raritäten. Damit hat diese Compilation einen weiteren Wert, neben den üblichen Kommerz-Gedanken, die bei solchen Veröffentlichungen aufkommen. Zudem sind über eine halbe Stunde nahezu neues Material (Eine Version von „Four Egos One War“ ist bereits auf dem The Tangent-Album „Not as Good as the Book“ erschienen) zu hören.

Dass Po90 immer nur ein Geheimtipp geblieben sind, überrascht nach dem ersten, zweiten und auch fünften Hören ungemein. Fast alle Songs sind weit mehr als durchschnittlicher oder auch nur gefälliger Prog-Rock. Mehr leidet die Musik unter Sänger Andy Tillison, der zwar ein Händchen fürs Songwriting hat, aber als Sänger sich nur im unteren Durchschnitt wiederfindet.

Der Einstieg in die Best-of-CD gefällt mit „A Man Of Thin Air“ und macht schnell Lust auf mehr, die mit „Unbranded“ und dem wahrhaft spacigen „Space Junk“ befriedigt wird. Schwächere Stücke wie „The Single“ und „Modern“ dürfen als Indiz verstanden werden, dass das Niveau auf den bisherigen Studioalben nicht immer ganz oben gehalten werden konnte.

Die zweite CD beginnt mit dem 28-minütigen Longtrack „Afterlifecycle Sequence“ – für eine Sequenz ist das Ding ganz schön lang. Zusammenhängende Songstrukturen lassen sich nur mäßig erkennen. Eher werden ziemlich unterschiedliche Songteile aneinandergereiht. Einige Mal übernimmt Gründungsmitglied Sam Baine an den Keyboards das Zepter, reicht es an anderer Stelle an Gitarrist Graham Young weiter, der mit harten Gitarrenriffs im Mittelteil überzeugt. Die einzelnen Teile schwanken zwischen Pink Floyd und Porcupine Tree hätten einzeln noch mehr überzeugt. Wie beim zehn Minuten kürzeren „Four Egos One War“, das nicht nur eine Ecke flotter sondern auch stimmiger wirkt. Überraschend trashig ist ein weiterer Unreleased Track „Fadge Part One“, genauso wie sich „A Kick In The Teeth“ im Refrain ein wenig punkig gibt.

„A Can Of Worms“ kommt gut an in der Prog-Szene und bei The Tangent-Fans. Schon macht sich die Ursprungsbesetzung Gedanken über eine Reunion und ein neues Album. Dieses Best-of gibt Gründe genug, warum es dieses Vorhaben unterstützt werden sollte.

Anspieltipps:

  • Unbranded
  • Space Junk
  • Four Egos One War
  • Unforgiving Skies

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