Jeanette - Undress To The Beat - Cover
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Jeanette Undress To The Beat


  • Label: Polydor/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 47 Minuten
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4/10 Unsere Wertung Legende
6.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Nach einer längeren musikalischen Schaffenspause meldet sich Jeanette Biedermann mit ihrem siebten Album „Undress To The Beat“ zurück. Doch was ist hier passiert? Die Rock-Gitarren sind verschwunden, der eingängige Radio-Pop ebenfalls so gut wie. Jetzt muss es also elektronische Musik sein, damit es der singenden Schauspielerin nicht langweilig wird. Oder ist die Stilkorrektur einfach nur ein (letzter) Versuch, um den Boden gutzumachen, der mit dem vorangegangenen Album („Naked Truth“, 2006) und den dazugehörigen Singles verloren wurde? Schließlich ist zurzeit kaum ein Stil in den Charts so angesagt wie elektronischer Disco-Pop á la Kylie Minogue, Madonna, Britney Spears und Lady Gaga.

Die Musik ist weitgehend neu, andere Mittel sind dagegen gleich geblieben, wie z.B. der aufreizende Körpereinsatz, den Viva-Moderatorin Johanna Klum bei der Premiere des neuen Clips zu „Undress To The Beat“ als „eine Mischung aus Gina Wild und DJ Bobo“ beschrieb. Na gut, das lenkt wenigstens etwas von dem Song ab, der in Bezug auf das Album böses erahnen ließ. Aber siehe da, die erwartete Vollkatastrophe ist „Undress To The Beat“ dann doch nicht geworden, was wohl auf die Tatsache zurückzuführen ist, dass für das Album ungewöhnlich viele skandinavische Songschreiber und Produzenten verpflichtet wurden (u.a. Anders Wollbeck, Carl Falk, Johan Bobäck und Mikkel Johan Eemer „Remee“ Sigvardt). Und wir wissen ja, dass insbesondere unsere schwedischen Freunde ein gutes Ohr für Popmusik haben.

In der Tat steht Jeanette Biedermann der unterkühlte Electro-Sound gar nicht schlecht, vorausgesetzt, der betreffende Song bewahrt ein gewisses Niveau. Das klappt wie zu erwarten war nicht immer (man höre nur das gruselige „Teach me how to say goodbye”), aber hier und da blitzen tatsächlich ein paar brauchbare Ideen auf. Da wäre z.B. der von Tony Kanal (No Doubt) mitgeschriebene Dance-Stomper „Freak out“, das Kylie-Minogue-artige „Feline“ oder der futuristische Track „Material boy (don’t look back)“, der zu den besten Songs des Album zählt.

Für die Balladenfreunde ist mit „Solitary rose” sogar noch ein echter Schmachtfetzen vertreten, der sofort ins Ohr geht und jederzeit als Titelmelodie für eine Telenovela eingesetzt werden könnte. Das ergibt unterm Strich immer noch kein überzeugendes Album, aber einen Quantensprung im Vergleich zum unterirdischen Vorgänger.

Anspieltipps:

  • Feline
  • Freak out
  • Solitary rose
  • Material boy (don’t look back)

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