Daisy Chapman - And There Shall Be None - Cover
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Daisy Chapman And There Shall Be None


  • Label: Dandyland/CARGO
  • Laufzeit: 53 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
6.4/10 Leserwertung Stimme ab!

England hat wieder eine neue Lieblings-Livestimme! Scarlatti-Tilt-Sängerin Daisy Chapman hat nach ihrer EP „Hymns Of Blame“ noch ein richtiges Album auf alleinigen Pfaden nachgelegt. Warum man dann wieder allerdings nur mit dem neuen Album bemustert wird, wenn die Plattenfirma schon auf die freundliche Idee eines Bundles kommt, stimm fraglich. Was soll es drum? Kommen wir zu Daisy Chapman, denn diese entschädigt diesen Schaden doch ziemlich.

Die ersten Sekunden entscheiden bei diesem Album sofort, ob man auch mit dem Rest des Silberlings etwas anfangen kann, oder eben nicht. Das Konzept der gebürtigen Engländerin ist nämlich sehr stringent und begrenzt sich auf den Flügel, die eigene Stimme und auf dem Album noch dazu aufgenommenen Backvocals. Entweder verfällt man dieser minimalistischen Kulisse und der klaren Stimme der Frau aus Bristol oder es ist nur wieder so ein Pianoalbum. Gleich bei „Song For Asia“ lässt sich schon die ganz große Inspirationsquelle Chapmans heraushören. Es würde wohl niemanden verwundern, wenn dieses zarte Stück, von starker, fester Stimme geführt, aus der Feder einer gewissen Aimee Mann stammen würde. Um dem Album Dynamik zu verschaffen, erklingen dann im zweiten Stück die Hintergrundstimmen. Nur hilft das nicht viel. Das Stück ist zwar auch sehr schön, kann sich aber nicht vom ersten Song absetzen.

Und jetzt sind wir in Teufels Küche! Es erklärt sich die kurze Tracklist, denn der Stil Daisy Chapmans wäre wohl kaum über noch mehr Lieder tragbar gewesen. Bezaubernd, wie sie in „07.07.07“ das Falsetto anstimmt und mit einer melancholischen Stimmung den Hörer einfängt. Im Gesamtbild kann der Song sich aber auch nur in gewissem Maße absetzen. Das Album wirkt schon zu homogen, die Tracks drohen zu verschmelzen. „Our Mutual Freind“ ist schon das erste Stück, das mehr oder weniger mit dem Titeltrack austauschbar wäre. Ein wenig mehr Kirchenatmosphäre kommt hier zwar daher, aber es sind nur noch diese Feinheiten, woran eigentlich nur der Minimalismus Schuld trägt. Es ist wirklich schön, teilweise den Atem raubend, was Chapman für Atmosphären erschafft, doch die Lieder haben in sich selbst immer wieder leere Passagen.

„Happy New Year“ bringt nun klagendes Geschrei an die Tagesordnung, was allerdings nicht ganz so funktioniert, wie es soll. Wieder etwas Neues, aber man hört, wie zurückgenommen die Stimme wurde und es scheint, als würde Daisy aus der Ferne rufen, vergeblich. „Erase The Frown“ hat man so auch schon mal auf diesem Album gehört und erst das Ende packt wieder, alles was es an Stimme gibt, aus und trumpft auf. Soulig und jazzig kommt das Stück auf den Hörer zu und entlässt ihn aus einem guten, aber vielleicht zu eingängigen Hörvergnügen. Wer jetzt noch nicht genug hat, kann in die EP reinschnuppern, die sich dem Stil des Albums absolut anpasst und damit Qualität verspricht, allerdings ohne etwas Neues zu bieten.

Anspieltipps:

  • Songs For Asia
  • Our Mutual Friend
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