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Diverse Der Jazz In Deutschland - Volume 4


  • Label: Bear Family Records
  • Laufzeit: 150 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.8/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Label Bear Family Records im niedersächsischen Holste-Oldendorf (in der Nähe Bremens) beschäftigt sich jetzt schon seit über 30 Jahren mit der liebevollen Wiederaufbereitung alter Aufnahmen aus den Bereichen Country, Schlager, Rockabilly, Swing, Rock’n’Roll, Rhythm & Blues und Jazz. Dabei werden immer wieder kleine und große musikalische Schätze gehoben, die das Fan- und Sammlerherz höher schlagen lassen.

Der neueste Streich ist eine umfangreiche Jazz-Edition in Kooperation mit der Büchergilde, die sich primär nicht mit den Ursprüngen und Wurzeln dieser Stilart befasst, sondern ein Jahrhundert Jazz „Made in Germany“ beleuchtet. Die „Jazz in Deutschland“ betitelte Serie besteht aus vier Ausgaben mit jeweils drei CDs und einem 100 bis 200 Seiten starkem Booklet, die in aufwändig gestalteten, achtseitigen Digipaks erscheinen. Zusammengetragen wurde das 283 Tracks (!) starke Repertoire von den Jazz-Historikern Horst Bergmeier und Dr. Rainer E. Lotz, das einen Zeitraum von 1899 (!) bis heute abdeckt. Die zum Teil extrem seltenen Tondokumente wurden mit viel Aufwand restauriert und mit ausgesuchtem Bild- und Textmaterial ergänzt. Dadurch erhält der geneigte Jazzfan eine super-umfangreiche Musik-Bibliothek, die ihm gewiss viele Stunden Freude bereiten wird.

Teil 4: Vom Jazz in Deutschland zum deutschen Jazz

Auszug aus dem Booklet: Die Jazz-Szene der 60er Jahre wurde vom Free Jazz geprägt. Ende der 50er Jahre hatten afro-amerikanische US-Jazzer ein Spielkonzept entwickelt, das sie „New Thing“ nannten. Mit dem Free Jazz kam es zum radikalen Bruch mit allen Traditionen des Jazz. An die Stelle harmonischer und rhythmischer Grundmuster trat die freie Form, sowohl frei von Materialordnungen und Rollenverteilungen als auch frei für etwas – nämlich nur das zu spielen, was ihm, dem einzelnen Musiker ganz persönlich, für den Augenblick passend erscheint. Die musikalische Bandbreite des Free Jazz reicht von relativ durchkonzipierten Abläufen bis hin zu langen kollektiven Augenblickskompositionen. Die Stücke dauern zumeist wesentlich länger als die bisher üblichen paar Minuten und erfordern über diesen Zeitraum eine unerhörte Anspannung, Konzentration und Vorstellungskraft der Musiker wie auch der Zuhörer. Wie auch in den USA förderte auch in der Bundesrepublik ein gesellschaftliches Klima des Aufbruchs und der Rebellion die Entwicklung des neue Stils. Die Traumatik der frühen Nachkriegsjahre war überwunden, der Wiederaufbau geschafft und das Wirtschaftswunder gelungen.

Anspieltipps:

  • Zoom
  • Blue bar
  • Bayon-Suite
  • Rock me baby
  • Free action shot
  • The quick brown fox

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