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Diverse Der Jazz In Deutschland - Volume 2


  • Label: Bear Family Records
  • Laufzeit: 150 Minuten
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8/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Das Label Bear Family Records im niedersächsischen Holste-Oldendorf (in der Nähe Bremens) beschäftigt sich jetzt schon seit über 30 Jahren mit der liebevollen Wiederaufbereitung alter Aufnahmen aus den Bereichen Country, Schlager, Rockabilly, Swing, Rock’n’Roll, Rhythm & Blues und Jazz. Dabei werden immer wieder kleine und große musikalische Schätze gehoben, die das Fan- und Sammlerherz höher schlagen lassen.

Der neueste Streich ist eine umfangreiche Jazz-Edition in Kooperation mit der Büchergilde, die sich primär nicht mit den Ursprüngen und Wurzeln dieser Stilart befasst, sondern ein Jahrhundert Jazz „Made in Germany“ beleuchtet. Die „Jazz in Deutschland“ betitelte Serie besteht aus vier Ausgaben mit jeweils drei CDs und einem 100 bis 200 Seiten starkem Booklet, die in aufwändig gestalteten, achtseitigen Digipaks erscheinen. Zusammengetragen wurde das 283 Tracks (!) starke Repertoire von den Jazz-Historikern Horst Bergmeier und Dr. Rainer E. Lotz, das einen Zeitraum von 1899 (!) bis heute abdeckt. Die zum Teil extrem seltenen Tondokumente wurden mit viel Aufwand restauriert und mit ausgesuchtem Bild- und Textmaterial ergänzt. Dadurch erhält der geneigte Jazzfan eine super-umfangreiche Musik-Bibliothek, die ihm gewiss viele Stunden Freude bereiten wird.

Teil 2: Die Swing Jahre

Auszug aus dem Booklet: Im Jahr 1933 begann die Massenflucht des jüdischen Teils der Bevölkerung. Die im Land verbliebenen Juden wurden vom Kulturleben des Dritten Reichs durch Berufsverbote und Ausgrenzung ausgeschlossen. Von den „arischen“ Musikern erwarteten die neuen Machthaber eine „volksverbundene deutsche Tanzmusik“, worunter sich allerdings niemand etwas vorstellen konnte. Die Nationalsozialisten wussten ohnehin nicht, wie sie die gewünschte Tanzmusik vom unerwünschten „Negerjazz“ und bald auch vom Swing abgrenzen sollten. Aus Mangel an einer Definition machten die neuen Machthaber den Jazz an Äußerlichkeiten fest, etwa an Instrumenten wie dem Saxophon. 1935 kam es zu einem Sendeverbot von Jazzmusik im deutschen Rundfunk. Doch das Vorhaben verpuffte. Mitte der 30er Jahre schwappte die Swing-Welle aus den Vereinigten Staaten auf Deutschland über wurde zunächst als „kultivierter Überwinder des alten wilden Jazz“ geduldet. Später wurden dennoch Kontrollen durchgeführt, die das Spielen des unerwünschten Musik unterbinden sollten. Da die musikalischen Kriterien unzureichend waren, wurde weiterhin nach rassistischen Merkmalen vorgegangen und nicht gegen den Jazz an sich.

Anspieltipps:

  • Amazonas
  • China boy
  • Nobody’s sweetheart
  • Mit Musik geht alles besser

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