Andrew Bird - Noble Beast - Cover
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Andrew Bird Noble Beast


  • Label: Cooperative/UNIVERSAL
  • Laufzeit: 54 Minuten
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Andrew Bird - Noble Beast
10 1 7/10 Unsere Wertung Legende
5.4/10 Leserwertung Stimme ab!

Andrew Bird startet grundsätzlich mit Vorschusslorbeeren – schon seit er vier Jahre alt ist. Dass er damals erstmals eine Geige in die Hand nahm und angeblich sogar zu spielen anfing, ist Legende. Auf die Spitze getrieben wird sogar behauptet, er habe sich die Geige selbst zusammen gebaut. Nun gut: Aus dem heute 35-Jährigen wurde ein Multiinstrumentalist, der mit seiner Vorliebe für das Streichinstrument bis heute nicht hinter dem Berg hält. Mit den Talenten ist es damit aber noch nicht zu Ende, gilt Bird doch bei Kritikern und Fans als begnadeter Songwriter mit brillanten Texten und einem gelungenen Hang zur zynischen Simplifizierung. Ach, und Pfeifen kann er auch noch … das macht er aber häufiger als es dem Effekt gut tut.

All diese Talente wirft er auch bei „Noble Beast“ in die Waagschale und scheitert zunächst genau an dieser Fülle an Talenten. Der Wust an Experimenten, der melodische Wirrwarr lässt aus Abwechslungsreichtum Orientierungslosigkeit werden. Zu häufig bricht er mit sich anbahnenden einprägsamen Melodien. Unverwechselbarer wird das Album erst, wenn Bird in den Körper von Thom Yorke steigt und zusammen mit dessen Band Radiohead befreit aufspielt. So klingt es zumindest wenn er „Nomenclature“ performed. Gut, dieses Stück klingt abgekupfert, aber läutet den einprägsamen Teil ein. Es folgt das Uptempo-Stück „Ouo“, das zwar an Experimenten nicht spart, aber in sich stimmiger und abgerundet ist.

Nach diesem Ausflug in das Rock-Genre kehrt Bird zu seinen Violinen zurück: „Not A Robot, But A Ghost“ and a fucking great song. Bird beweist, dass er seine Talente manchmal im Griff hat und sie zu einem nahezu perfekten Song bündeln kann. Und das nicht nur einmal, sondern gleich anschließend bei „Anonanimal“ und „The Privateers“ legt er noch zwei großartige Songs nach, die sich nicht nach dem ersten aber nach mehrmaligem Hören als ganz große Werke erweisen.

Die zweite Hälfte des Albums kann den Vorschusslorbeeren gerecht werden, nur am Anfang wollte das Multitalent, das bei Kritikern größeren Eindruck schindet als bei der breiten Masse, einfach zu viel des Guten.

Anspieltipps:

  • Not a Robot, But a Ghost
  • Anonanimal
  • Privateers

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