The BPA - I Think We´re Gonna Need A Bigger Boat - Cover
Große Ansicht

The BPA I Think We´re Gonna Need A Bigger Boat


  • Label: Southern Fried
  • Laufzeit: 42 Minuten
Artikel teilen:
6.5/10 Unsere Wertung Legende
5.2/10 Leserwertung Stimme ab!

Fünf Jahre übte sich Norman Cook/Fatboy Slim in relativer Medienaskese. Die dot-com-Blase ist in den frühen 2000er Jahren nicht nur wirtschaftlich geplatzt, auch ihre Party-Einstellung findet sich, entweder heftig radikalisiert oder überhaupt nicht mehr in elektronischer Musik wieder. Dankenswerterweise ist Cook nicht Moby und verschont uns mit alten Kammelen. Sein Wiedereinstieg in das Musikgeschäft ist augenzwinkernd unernst und nicht aufs große Geld aus. Ein Kollaborationsmonster ist The Brighton Port Authority, der Albumtitel zutreffend und zielsicher gewählt.

Also: Cook und weniger Prominente DJ und Producerfreunde (Ashley Beedle, Justin Robertson, Cagedbaby) aus seinem verregneten Brighton stellen in sich in ein Studio und machen eine lustig-bunte 70’s-Power-Pop-Session, die Cook mit seinem traditionellen Produzenten Simon Thornton durch allerhand Prominente Spaßvögel vergolden lässt. Iggy Pops ausdruckslos trockener Beitrag zu „He’s Frank“ setzt eine ganz gute Messlatte zu Beginn. Dubi-Du-Melodien, verdreifachte Akkustik-Gitarren und Sommerflair kredenzen einen Duktus, der trotz zahlreicher Variation im Folgenden, nicht mehr verlassen wird: Power-Pop, Power-Pop und noch mal Power-Pop. Connan Hosford von der kaum bekannten Neuseeländer Kombo Connan & The Mockasins hilft den heimlich stärksten Song dieses Albums entstehen zu lassen („Jumps The Fence“).

Doch natürlich freut man sich auch auf die namhaften: Martha Wainwright verliert sich in karibischen Brisen, Emma Lee-Moss aka Emma The Great kennt „Seattle“ und besingt es schön, Jamie T erzählt Geschichtchen und ja: „Toe Jam“ mit Talking Heads David Byrne und Dizzee Rascal (welch Kollaboration!), das schon seit letztem Sommer dank des lustigen Videos in aller Munde ist, ist großer Schabernack. Die Schwächen („Island“, „Superman“, „Superlover“) ziehen hier nicht runter, sondern erhöhen die Stärken.

The Brighton Port Authority ist ein Projekt frei von zu hohen Ambitionen, die wirkliche Arbeit steckt hier in der klug gesetzten Produktion der lapidaren Tracks. Und diese befreit Cook von offensichtlich überflüssig gewordenen Altlasten.

Anspieltipps:

  • He's Frank
  • Jump The Fence
  • Toe Jam

Neue Kritiken im Genre „Rock“
4.5/10

Na Gut Dann Nicht
  • 2020    
7/10

Alles Fliesst
  • 2020    
Diskutiere über „The BPA“
comments powered by Disqus