The Phantom Band - Checkmate Savage - Cover
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The Phantom Band Checkmate Savage


  • Label: Chemikal/Rough Trade
  • Laufzeit: 55 Minuten
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7/10 Unsere Wertung Legende
5.1/10 Leserwertung Stimme ab!

Die Musik schwankt zwischen erdrückend dunkel und grell-leuchtend wirr.

Manchmal sind Bands anders. „Anders“ ist hierbei nur eine von vielen möglichen Arten um zu benennen, was eine Band ist. „Besonders“ ist eine dieser Ausdrucksweisen. „Besonders“ deutet oft auf „ist Geschmackssache“ hin, tendenziell ebenso ins positive überwiegend, wie es dies auch in das negative könnte. Eine dieser Bands ist The Phantom Band, eine in Ritterrüstungen verkleidete, offiziell unbekannte Band aus Glasgow. „Anders“ sowohl musikalisch, so wie auch in ihrer Präsenz auf der Bühne. Mit einem musikalischen Projekt soll über eine bereits den Titel „Kunstform“ würdig tragende Idee, die Fesseln des Alltags vom Büroeinerlei und Everyday-Einöde gesprengt werden. Eine spirituelle Befreiung der Seele, oder so.

Am besten ist die Musik auf dem Debutalbum „Checkmate Savage“ als dunkler Feierabend Trip in einem noch dunkleren kleinen, charmanten Club in der Großstadt ihres Vertrauens vorzustellen. Das Publikum macht einen erschöpften und geprügelten Eindruck, es ist Freitagabend und der Raum ist durchdringt von Zigarettenrauch und genervtem Seufzen. Auf der Bühne dieses kuscheligen Atmosphäre, spielen ein paar Typen in Ritterrüstungen einen Mix aus ruhigem, kontrolliertem Wehklagen, bestehend aus Schlagzeug, Bass, verstimmten Gitarren und einer Handvoll Keyboard Effekten. Die Musik schwankt zwischen erdrückend dunkel und grell-leuchtend wirr.

„Folk Song Oblivion“ lässt nach „The Howling“ und „Burial Sounds“ zum ersten Mal System im Kampf um die gestrandeten Seelen des Abends erkennen. Ein eingehendes Gefühl von Einschwörung und Kampfansage setzt sich fest, ohne dabei den kleinen Rest an Hoffnung niederzuschlagen. Gelungener Motivationsdurchbruch. Um diese Gefühle zu verarbeiten folgt mit „Crocodile“ ein rein instrumentaler Song, welcher auf seine eigene Art und Weise Klarheit schaffend wirkt. „Halfhound“ zieht die Intensität etwas an schreitet im richtigen Moment zur tat. Nach „Left Hand Wave“ entfesselt „Island“ große Freiheit und streichelt die Wahrnehmung. Ein unentschlossenes Auf und Ab neigt sich dem Ende. „Throwing Bones“ und speziell „The Whole Is On My Side“ überzeugen den an fünf Tagen der Woche ferngesteuerten Körper der Gesellschaft ein letztes Mal. Dann geht das Licht aus, die Musik verstummt und die letzten von der Bühne hörbaren Geräusche stammen von klappernden Ritterrüstungen, bevor leises Seufzen die Geräuschkulisse erneut übernimmt.

Anspieltipps:

  • Burial Sounds
  • Folk Song Oblivion
  • Island

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